{"id":10404,"date":"2019-11-29T06:46:00","date_gmt":"2019-11-29T05:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/?p=10404"},"modified":"2019-12-11T16:04:11","modified_gmt":"2019-12-11T15:04:11","slug":"man-lions-city-12-c-efficienthybrid-was-fuer-ein-cooler-bus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/man-lions-city-12-c-efficienthybrid-was-fuer-ein-cooler-bus\/","title":{"rendered":"MAN Lion\u2019s City 12 C EfficientHybrid: \u201eWas f\u00fcr ein cooler Bus\u201c"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-10404\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-10404-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-10404-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-10404-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p>Positive Aufmerksamkeit erregte der neue MAN-Stadtwagen bei den Passanten in Bonn. In Sachen Energieeffizienz konnte der Lion\u2019s City 12 C EfficientHybrid dagegen weniger \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p><strong>Die Folierung macht\u2019s<\/strong>. Auf den Streckenteilen, wo in Bonn nur eine Buslinie verkehrt, neigen Wartende an den Haltestellen dazu, ohne den Wagen (oder Liniennummer) eines einzigen Blicks zu w\u00fcrdigen, in das Fahrzeug einsteigen zu wollen. Denn es kommt ja sowie die Busse einer Linie vorbei, ergo muss der vorfahrende Stadtbus automatisch der richtige sein. An eine m\u00f6gliche Betriebs- oder Testfahrt denkt keiner der Wartenden.<\/p>\n<p>Haltestellen anzufahren und die T\u00fcren zu \u00f6ffnen, ist fester Bestandteil unserer Testrunde. Daher steht von uns meist jemand an den T\u00fcren, um potenziell blinde Passagiere vor ihrem Einstieg abzufangen. Erst mit dem Zur\u00fcckweisen werden die Betroffenen stutzig und mustern den vor ihnen stehenden Bus kritisch, im Versuch zu verstehen, was denn mit \u201eihrem\u201c Linienbus nicht stimmen soll. In dem Augenblick der Musterung f\u00e4llt ihnen erst das eigentlich auff\u00e4llige Klebedesign auf und so kommt es zum spontanen Ausruf der Bewunderung: \u201e<strong>Was f\u00fcr ein cooler Bus!<\/strong>\u201c So von uns mehrfach auf der Testfahrt mit dem MAN Lion\u2019s City 12 erlebt und so erkl\u00e4rt sich unsere \u00dcberschrift zu diesem Artikel. Die ersten Pluspunkte hat der \u201eStadtl\u00f6we\u201c damit schon einmal eingefahren, zumindest bei einem Teil der Passanten an unserer Strecke. Leider kann er bei anderen Aspekten nicht in gleicher Qualit\u00e4t punkten.<\/p>\n<p><strong>Seit 2004<\/strong> nennen sich die Stadtbusse bei MAN Lion\u2019s City. F\u00fcr 2017 k\u00fcndigten die M\u00fcnchner Fahrzeugbauer eine neue Generation an. Der Serienanlauf wurde jedoch auf 2018 verschoben. Im Fr\u00fchjahr 2018 zeigte MAN dann auch die ersten Lion\u2019s City, der neuen Bauart, mit frischem Design und neuem Motor. Jedoch so richtig in Schwung kam der Verkauf im letzten Jahr noch nicht. Qualit\u00e4tsm\u00e4ngel f\u00fchrten dazu, dass er erst in diesem Jahr wirklich auf die Stra\u00dfe kam.<\/p>\n<p>Vor kurzem stand der Redaktion ein Lion\u2019s City 12 C EfficientHybrid f\u00fcr Verbrauchs- und Messfahrten zur Verf\u00fcgung. Allerdings ein Messe- und Vorf\u00fchrauto <strong>aus der fr\u00fchen Produktionsphase<\/strong>. Dieses hatte zwar nur vergleichsweise wenige Kilometer auf dem Buckel (20.000 km), war aber im Interieur noch nicht auf Serienreife gebracht, worauf die die Testrunde durch die Bonner City begleitenden MAN-Techniker offen hinwiesen. Damit entfiel die M\u00f6glichkeit, bei Ausstattung und Verarbeitung zu einem ehrlichen und fairen Urteil zu kommen.<\/p>\n<p>So war beispielsweise die R\u00fcckwand hinter dem Fahrerarbeitsplatz nicht serienm\u00e4\u00dfig - Kunststoffteile aus dem 3D-Drucker schlossen hier die L\u00fccken -, die beiden vorderen Fl\u00fcgelt\u00fcren besa\u00dfen noch eine innovative Lichtschranke, die es aber nicht in die Serie geschafft hat und die USB-Schnittstellen im Fahrgastraum lie\u00dfen sich viel zu einfach aus ihren Verankerungen l\u00f6sen. Auch das immer wieder ein guter Hinweis, dass der Bus <strong>noch nicht final \u00fcberarbeitet<\/strong> war. Die Haltestange f\u00fcr u. a. den Innenspiegel zitterte auff\u00e4llig und beim Kunststoff des Armaturentr\u00e4gers hinterlie\u00df der Fingernagel Kratzspuren, um hier nur wenige Punkte zu erw\u00e4hnen, dass sich dieser MAN in Sachen Qualit\u00e4t nicht auf Konzernniveau bewegte.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: das Cockpit um den Fahrer bzw. die Abtrennung zum Zustieg war mit hellgrauem Kunststoff verkleidet. Das sah zwar schick und hell aus, hatte aber in den gerade einmal zwei Jahren, seit dem dieser Bus f\u00e4hrt, schon an einigen Stellen Verschmutzungen bzw. Verdunklungen zu verzeichnen.<\/p>\n<p>Was kann man dann noch \u00fcber den Wagen sagen? \u00c4u\u00dferlich ist der MAN Lion\u2019s City 12 gegen\u00fcber seinen Ahnen <strong>eindeutig moderner<\/strong> geworden. \u201eDie hochwertige Front mit schwarzer Blende, Chromspange und markantem L\u00f6wen-Emblem wirken edel und modern zugleich. Die optisch heruntergezogene Glas-Seitenlinie, die dynamisch wirkenden Dachfinnen und das Heck in Klavierlackoptik runden den erstklassigen Auftritt des neuen MAN Lion\u2019s City perfekt ab\u201c. Hier hat die MAN-Prospekt-Sprache vom Grundsatz her Recht, \u00fcbertreibt aber in Beschreibung genussvoll. Schon klar, hier will der Texter Emotionalit\u00e4t mit dem Bus verkn\u00fcpfen, aber es ist nun mal kein Sportcoup\u00e9, sondern ein schlichtes Nutzfahrzeug f\u00fcr den st\u00e4dtischen Personentransport. Doch daf\u00fcr ist er schon ganz schmuck.<\/p>\n<p>Neben dem Design, das sich gegen\u00fcber dem Vorg\u00e4nger \u2013 unabh\u00e4ngig von der Folierung - sowohl am Blech als auch im Interieur ge\u00e4ndert hat, ist der Wagen um <strong>1.130 kg leichte<\/strong>r geworden. Allein die \u00dcberarbeitung der Rohbaustruktur aus Aluminium und Stahl sparte gut 500 kg ein. Er kommt nun auf ein Leergewicht von 10882 kg. Als erster MAN-Bus aus dem Baukasten der Stadtbusse besitzt er zudem eine Einzelradaufh\u00e4ngung.<\/p>\n<p>Angetrieben wird er von einem <strong>D15-Motor (9 l)<\/strong>, der im Heck stehend verbaut ist, dazu sp\u00e4ter mehr. Er besitzt zudem Voll-LED-Scheinwerfer (Front und Heck), einen \u00fcberarbeiteten, laut MAN, komfortableren Arbeitsplatz. Der Platz f\u00fcr den Chauffeur ist dabei um 110 mm h\u00f6her auf dem Podest platziert. Insgesamt sei der Wagen reinigungs- und wartungsfreundlicher. Eine neue Platzierung der Fixierung f\u00fcr die Sitze und Haltestangen soll dabei helfen. Da Wasserpuppen auf den Sitzen und Sands\u00e4cke auf dem Boden den Bus f\u00fcllten, l\u00e4sst sich zum Stichwort reinigungsfreundlich unsererseits wenig sagen.<\/p>\n<p>Der Zweiachser mit knapp \u00fcber 12 m L\u00e4nge wird durch einen Sechszylinderreihenmotor mit Common-Rail-Einspritzung angetrieben (Euro 6d). Aus seinen 9 l Hubraum sch\u00f6pft er in diesem Fall <strong>206 kW (280 PS)<\/strong> Leistung bei 1800 min-1. Das maximale Drehmoment von 1200 Nm liegt bei 800 bis 1600 min-1 an. Es gibt den Lion\u2019s City 12C auch mit 243 kW (330 PS), dann liegt das Drehmoment 200 Nm h\u00f6her. Und der D15 kann voll ausgesch\u00f6pft bis zu 265 kW (360 PS) bei 1600 Nm bieten. Ein Sechsgangautomatikgetriebe (ZF 6 AP 1200 EcoLife inkl. integriertem Retarder) bringt dann die Antriebsenergie an die R\u00e4der. Die Achs\u00fcbersetzung lautet bei diesem Wagen i = 5,12. Abgebremst wird der Bus \u00fcber den Retarder, entweder stufenlos \u00fcbers Bremspedal oder manuell per Hebel an der Lenks\u00e4ule.<\/p>\n<p>Der MAN \u2013 und das ist seine Besonderheit - ist als sogenannter <strong>EfficientHybrid mit Start-Stopp-Automatik<\/strong> ausgelegt. Will meinen, er besitzt einen robusten und verschlei\u00dfarmen Elektromotor. Dieser ist im Antriebsstrang zwischen Motor und Getriebe verbaut. Der 8-kW-Kurbelwellen-Starter-Generator (KSG) kann auf 40-Wh-UltraCaps zur\u00fcckgreifen. Beim Schubbetrieb und beim Bremsen arbeitet das System als Lichtmaschine, beim Anfahren als Anlasser. Eine sogenannte Boost-Funktion unterst\u00fctzt beim Anfahren mit bis zu 520 Nm. Dadurch soll Kraftstoff eingespart und der Fahrkomfort beim Losfahren optimiert werden. Die Start-Stopp-Automatik bringt den Motor an Ampeln zum Schweigen. Auch das soll den Dieseldurst minimieren helfen. Allerdings geht die Klimatisierung vor Energieeinsparung, sprich stimmt diese nicht, so springt der Motor wieder an, was auf unserer Bonner Runde h\u00e4ufiger vorkam und das Spritsparpotenzial minimieren half.<\/p>\n<p>Zum Starten des Wagens muss man erst den Batterieschalter dr\u00fccken, dann die Motorstarttaste dr\u00fccken und halten \u2013 wichtig - bis der Motor sp\u00fcrbar angesprungen ist. Dann setzte sich der MAN in Bewegung und wir gingen mit ihm auf unsere gut 55 km lange Runde durch die Stadt Bonn und steuerten dabei \u00fcber 100 Haltestellen an. Um es kurz zu machen: <strong>Die Motorleistung ist ausreichend<\/strong> f\u00fcr Bonn, das im Stadtgebiet wenige topografische Herausforderungen kennt. Allein die Auffahrt zum h\u00f6her \u00fcber den Rhein gelegene Stadtteil Heiderhof f\u00fchrte den Bus mit seinen 16205 kg (15780 kg laut Wiegeprotokoll plus f\u00fcnf Erwachsene) so langsam an seine Grenzen. Unsch\u00f6n waren die sp\u00fcrbaren Spr\u00fcnge zwischen den einzelnen Schaltstufen, die auch auf den flachen Partien vorkamen. Auch der Verbrauch von 40,71 l\/100 km bei durchschnittlich 17,56 km\/h erf\u00fcllt unsere Erwartung an ein Fahrzeug mit EfficientHybrid nicht. Auf fast den gleichen Verbrauch (40,41 l\/100 km, 19,09 km\/h) kamen wir auch vor drei Jahren mit dem damaligen Sechszylinder mit 10,5 l Hubraum ohne E-Motor und Start-Stop-Technik an Bord. Wo bleibt da das Spritsparerlebnis?<\/p>\n<p>Leider l\u00e4sst sich die Frage nicht kl\u00e4ren, ob dieser MAN Lion\u2019s City aus dem tats\u00e4chlich fr\u00fchen Fertigungslos sich nicht nur in Sachen Interieur noch nicht auf Verkaufsniveau befand, sondern auch die Motorabstimmung als nicht serienreif zu betrachten ist. Dann, aber nur dann lie\u00dfe sich vielleicht der Verbrauch auf unserer Fahrt als Ausrutscher bezeichnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: Dirk Sanne<\/p>\n<p>Bildquelle: Dirk Sanne<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><div id=\"pgc-10404-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-10404-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-image panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-image so-widget-sow-image-default-8b5b6f678277-10404\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"sow-image-container\">\n\t\t<img \n\tsrc=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/P1530996-512x384.jpg\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/P1530996-512x384.jpg 512w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/P1530996-200x150.jpg 200w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/P1530996-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/P1530996-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/P1530996-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" title=\"P1530996\" alt=\"\" \t\tclass=\"so-widget-image\"\/>\n\t<\/div>\n\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Positive Aufmerksamkeit erregte der neue MAN-Stadtwagen bei den Passanten in Bonn. 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