{"id":13755,"date":"2020-09-04T06:27:58","date_gmt":"2020-09-04T04:27:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/?p=13755"},"modified":"2026-06-26T15:03:40","modified_gmt":"2026-06-26T13:03:40","slug":"schutzwaende-klarglasschutz-fuer-fahrer-und-fahrgast","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/schutzwaende-klarglasschutz-fuer-fahrer-und-fahrgast\/","title":{"rendered":"Schutzw\u00e4nde: Klarglasschutz f\u00fcr Fahrer und Fahrgast"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-13755\"  class=\"panel-layout\" >\n<div id=\"pg-13755-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\"  data-style=\"{&quot;background_image_attachment&quot;:false,&quot;background_display&quot;:&quot;tile&quot;,&quot;cell_alignment&quot;:&quot;flex-start&quot;}\" >\n<div id=\"pgc-13755-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\"  data-weight=\"0.5\" >\n<div id=\"panel-13755-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" data-style=\"{&quot;background_image_attachment&quot;:false,&quot;background_display&quot;:&quot;tile&quot;}\" >\n<div class=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\">\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n<p>Immer mehr Betreiber von Stadt- und Linienbussen lassen ihre Fahrzeugflotte mit Fahrerschutzsystemen nachr\u00fcsten und l\u00f6sen ihrer bisherigen Corona-Provisorien durch dauerhafte L\u00f6sungen ab.<\/p>\n<p>Es ist wenig verwunderlich: <strong>Das Gesch\u00e4ft mit Fahrerschutzsystemen boomt<\/strong> als eines der wenigen im Bussegment. Es gilt, damit den Fahrern einen vern\u00fcnftigen Schutz am Arbeitsplatz vor corona-belasteten Aerosolen zu geben und zugleich den Ticketverkauf und die \u2013kontrolle im Fahrzeug wieder zu reaktivieren.<\/p>\n<p>Die Absperrung des vorderen Busbereichs durch Flatterband, Kunststofffolie und dem dauerhaften Verschlie\u00dfen der T\u00fcr 1 war sicherlich die richtige Ma\u00dfnahme in der ersten Not. Aber eben keine dauerhafte Gesundheitsschutzma\u00dfnahme.<\/p>\n<p>Sie f\u00fchrte zudem dazu, dass immer mehr Passagiere fahrscheinlos \u00fcber die T\u00fcr 2 in den Bus stiegen. <strong>Nie war Schwarzfahren einfacher<\/strong>, denn der Busfahrer konnte durch seine Selbstisolierung vor den Fahrg\u00e4sten nun auch keine Fahrscheinkontrolle mehr durchf\u00fchren. Die Deckungsbetr\u00e4ge, die die Verkehrsverb\u00fcnde dieses Jahr erwirtschaften, d\u00fcrften daher erheblich niedriger ausfallen als sonst. Der K\u00e4mmerer wird am Jahresende wesentlich tiefer in den Stadts\u00e4ckel oder \u2013 mit Gl\u00fcck &#8211; in anderes S\u00e4ckel greifen m\u00fcssen, als gewohnt.<\/p>\n<p>Die Zust\u00e4nde waren dauerhaft nicht haltbar. Entsprechend schnell traten dann auch erste Zulieferer auf den Plan, die aus unterschiedlichen Materialien Fahrerschutzkabine produzieren und liefern. Dabei m\u00fcssen die Produkte nicht nur die Gesundheit des Personals sichern helfen und Ticketverkauf sowie Sichtkontrolle erm\u00f6glichen, sondern m\u00fcssen auch von den technischen \u00dcberwachungsvereinen gepr\u00fcft und als <strong>einsatzbereit sowie verkehrstauglich<\/strong> erkl\u00e4rt werden. Und das bitte f\u00fcr m\u00f6glichst alle Bustypen, die im deutschen \u00d6PNV unterwegs sind.<\/p>\n<p>Seit etwa Juni ist da Wuppertaler Unternehmen Carl Wilhelm Cleff GmbH mit von der Partie. Der Spezialist f\u00fcr Fahrzeugfenster setzt dabei auf eine Trennwand aus Glas. Diese setzt auf der Fahrert\u00fcr bzw. den schwenkbaren Kassenbereich auf. Individuell gestaltete Ausschnitte im Glas erlauben wieder den Ticketverkauf an Bord. Zum Einsatz kommen auf Wunsch entspiegelte, reflexionsarme Gl\u00e4ser, die dem Chauffeur das Fahren bei ung\u00fcnstigen Sonnenlichteinfall und bei Nacht erleichtern. Zudem handelt es sich um ein stabiles Sicherheitsglas \u2013 <strong>entweder Einscheiben- oder Verbundsicherheitsglas<\/strong>. Auch l\u00e4sst sich der Fahrgastraum wieder durch den Innenr\u00fcckspiegel \u00fcberwachen, was bei einer abtrennenden Folienwand nur noch begrenzt m\u00f6glich war.<\/p>\n<p>Das <strong>Driver Protection System<\/strong> (DPS), wie Cleff sein Produkt nennt, wird zurzeit in alle der gut 300 Busse der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) verbaut.<\/p>\n<p>Cleff entwickelte innerhalb weniger Wochen dabei Glasw\u00e4nde f\u00fcr einen repr\u00e4sentativen Querschnitt von \u00d6PNV-Fahrzeugen, so dass man nun in der Lage ist, DPS f\u00fcr die g\u00e4ngigsten Modelle zu liefern. Neben Mercedes und MAN gibt\u2019s den Fahrerschutz u. a. f\u00fcr Busse von Berkhoff, Hess, Solaris und VDL.<\/p>\n<p>Selbst in BYD-Busse sollen die Trennw\u00e4nde passen, so h\u00f6rt man. Denn die Bochum-Gelsenkirchener Stra\u00dfenbahnen AG (Bogestra) will ihre kommenden 20 E-Busse von BYD mit dem Cleff-Schutz best\u00fccken lassen. Der erste gelieferte BYD-Bus f\u00e4hrt auf seiner Linie zurzeit noch mit einem Provisorium aus Plexiglas.<\/p>\n<p>Bei einer ersten gr\u00f6\u00dferen Pr\u00e4sentation des Fahrerschutzes in diversen Bussen vor Fachpublikum vor kurzem zeigten sich Vertreter aus dem st\u00e4dtischen Umkreis rund um Wuppertal (Solingen, Remscheid, Dortmund) aber auch aus K\u00f6ln und Berlin am Cleff-Produkt interessiert.<\/p>\n<p>\u201eWir haben uns intensiv mit dieser Problematik besch\u00e4ftigt und mit der Idee f\u00fcr das neue Glastrennwandkonzept haben wir schnell und gezielt auf die aktuelle Situation der Verkehrsbetriebe reagiert. <strong>Wir gehen davon aus, dass unsere Innovation dauerhaft in den Stadtbussen verbleibt<\/strong>. Sie dient der Gesunderhaltung und Sicherheit der Fahrer, gleichzeitig ist sie eine gute Investition f\u00fcr alle Verkehrsbetriebe, denn der Fahrbetrieb wird damit auch wirtschaftlich wieder normalisiert\u201c, so Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Andreas Klostermeier. Sein Kollege Michael Kemper, verantwortlich f\u00fcr die technische Umsetzung, erg\u00e4nzt dazu: \u201eUnsere Trennwandsystem ist eine hochwertige, mit Sicherheitsglas ausgef\u00fchrte L\u00f6sung \u2013 und sie kann recht einfach in etwa einer Stunde von den Verkehrsbetrieben selbst nachger\u00fcstet werden.\u201c Alternativ \u00fcbernehmen eigene Cleff-Montageteams vor den Einbau.<\/p>\n<p>Die Heymann GmbH aus Nast\u00e4tten setzt bei ihren Personalschutz <strong>nicht auf Sicherheitsglas sondern auf Polycarbonat<\/strong>. Dieser transparente Kunststoff ist 30mal fester als normales Glas und l\u00e4sst sich gegen\u00fcber der Alternative Acrylglas leichter biegen und zuschneiden.<\/p>\n<p>Heymann hat bisher 26 Grundmodelle f\u00fcr Busse der Marken Mercedes-Benz, MAN, Setra, Iveco, Solaris und Volvo, aber auch kundenspezifische Sondermodelle entwickelt. Der jeweilige Fahrerschutz entspricht den Vorgaben von T\u00dcV und Dekra sowie den aktuellen F\u00f6rderrichtlinien der einzelnen Bundesl\u00e4nder. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen mittlerweile mehrere Tausend Busse deutschlandweit ausger\u00fcstet.<\/p>\n<p>Heymann liefert seine Fahrerschutzscheiben<strong> als komplette Baus\u00e4tze<\/strong> mit Montageanleitung an seine Kunden innerhalb von wenigen Tagen nach der Bestellung aus. Der Bausatz l\u00e4sst sich, laut Hersteller, von zwei Personen in wenigen Stunden montieren. Auf Wunsch bieten die Heymann-Fachleute auch Einweisungen und Mustereinbauten vor Ort an.<\/p>\n<p>101 eigene Busse rollen bei der Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft (REVG), 194 weitere im Auftrag der Verkehrsgesellschaft \u2013 alle mittlerweile mit einer Fahrerschutzkabine. Jetzt geht die REVG einen Schritt weiter und r\u00fcstet drei Busse testweise mit <strong>Infektionsschutzscheiben im Fahrgastraum<\/strong> aus. Dabei montiert das Partnerunternehmen HJS viereckige mit Sicherheitsglas best\u00fcckte Rahmen auf die Haltestangen vor bzw. hinter die Sitze und verschlie\u00dft verbleibende Freir\u00e4ume mit einer stabilen Kunststofffolie. So sind alle Sitzb\u00e4nke voneinander isoliert &#8211; mit Ausnahme der Vis-a-Vis-Sitze. Zus\u00e4tzlich kann auch zwischen den Sitzb\u00e4nken auf Kopfh\u00f6he eine \u201eHaifischflosse\u201c aus Kunststoff montiert werden. Damit w\u00e4ren dann auch die Sitznachbarn vor einander (bedingt) gesch\u00fctzt. Diese Schutzflossen haben die k\u00fcrzlich der \u00d6ffentlichkeit vorgestellten REVG-Testbusse (noch) nicht. Im Anschluss der zurzeit laufenden Testfahrten will die REVG eine Fahrgastbefragung durchf\u00fchren. Sto\u00dfen die Infektionsschutzscheiben auf Akzeptanz, so wird das Unternehmen alle seine Busse damit ausr\u00fcsten.<\/p>\n<p>Der Hintergrund dieser Ma\u00dfnahme ist: Der REVG brachen, wie wohl vielen Verkehrsunternehmen, aufgrund von Corona die Fahrgastzahlen weg und man rechnet aktuell durch die nicht verkauften Tickets f\u00fcr 2020 mit <strong>Mindereinnahmen von 1,3 Mio. Euro<\/strong>. Durch die Scheiben im Fahrgastraum will man nun zus\u00e4tzliche Sicherheit vor einer Infektion im Bus schaffen bzw. die Gefahren einer Ansteckung minimieren. So hofft man, u. a. \u00fcber diesen Weg abgesprungene Fahrg\u00e4ste wiederzugewinnen.<\/p>\n<p>HJS gibt f\u00fcr den Einbau der einzelnen Glaselemente ca. 20 Min.\/Element an. 10 der Scheiben werden f\u00fcr einen 12-m-Wagen ben\u00f6tigt, 15 sind es bei einem Gelenkbus. Das Mehrgewicht pro Bus liegt bei 100-110 kg. Etwa 5.000 Euro kostet die Ausr\u00fcstung eines 12-m-Busse; bei einem 18-m-Gelenkbus liegen sie, laut HJS, bei ca. 7.500 Euro.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: Dirk Sanne<\/p>\n<p>Bildquelle: Daimler<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"pgc-13755-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\"  data-weight=\"0.5\" >\n<div id=\"panel-13755-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-image panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" data-style=\"{&quot;background_image_attachment&quot;:false,&quot;background_display&quot;:&quot;tile&quot;}\" >\n<div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-image so-widget-sow-image-default-8b5b6f678277\"\n\t\t\t\n\t\t><\/p>\n<div class=\"sow-image-container\">\n\t\t<img \n\tsrc=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20C0277_004-512x337.jpg\" width=\"512\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20C0277_004-512x337.jpg 512w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20C0277_004-200x132.jpg 200w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20C0277_004-768x505.jpg 768w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20C0277_004-1536x1010.jpg 1536w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20C0277_004-2048x1347.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" title=\"Fahrer von Linienbussen haben jeden Tag Kontakt mit vielen Fahrg\u00e4sten. Um sie in Zeiten der COVID-19-Pandemie vor einer Ansteckung durch das Virus zu sch\u00fctzen, hat Daimler Buses Fahrerschutzt\u00fcren mit vollfl\u00e4chiger Trenn\u00acscheibe als Nachr\u00fcstl\u00f6sung entwickelt. \n\nDrivers of regular service buses are in contact with a lot of passengers every day. In order to protect them against virus infection in the era of the COVID-19 pandemic, Daimler Buses has developed driver&#039;s doors with a full-width partition as a retrofit solution.\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" \t\tclass=\"so-widget-image\"\/>\n\t<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer mehr Betreiber von Stadt- und Linienbussen lassen ihre Fahrzeugflotte mit Fahrerschutzsystemen nachr\u00fcsten und l\u00f6sen ihrer bisherigen Corona-Provisorien durch dauerhafte L\u00f6sungen ab. Es ist wenig verwunderlich: Das Gesch\u00e4ft mit Fahrerschutzsystemen boomt als eines der wenigen im Bussegment. 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