{"id":13906,"date":"2020-09-18T06:41:00","date_gmt":"2020-09-18T04:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/?p=13906"},"modified":"2022-07-19T12:57:57","modified_gmt":"2022-07-19T10:57:57","slug":"jmb-neuer-blick-auf-das-juedische-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/jmb-neuer-blick-auf-das-juedische-leben\/","title":{"rendered":"JMB: Neuer Blick auf das j\u00fcdische Leben"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-13906\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-13906-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-13906-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-13906-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p>Das J\u00fcdische Museum Berlin hat seine Dauerausstellung grunds\u00e4tzlich \u00fcberarbeitet. Die j\u00fcdische Geschichte hat sich nicht ver\u00e4ndert, aber das Haus erm\u00f6glicht nun Gruppen neue, facettenreiche Perspektiven. Das Museum in Berlin, gegr\u00fcndet 2001, ist das gr\u00f6\u00dfte seiner Art in Europa und dokumentiert rund <strong>1.700 Jahre deutsch-j\u00fcdische Geschichte<\/strong> mit all ihren H\u00f6he- und Tiefpunkten.<\/p>\n<p>Seit dem 11. Dez. 2017 war das Museum geschlossen, um die Dauerausstellung zu modernisieren und sie damit wieder zeitgerecht pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen. <strong>Seit dem 23. Aug. sind seine Tore wieder ge\u00f6ffnet<\/strong> und das Haus erstrahlt in neuem Licht. Das Museum gew\u00e4hrt seinen Besuchern nunmehr einen neuen Blick auf das gemeinsame Leben von Juden und Nicht-Juden in Deutschland. \u201eDie Geschichte der Juden hat sich nicht ge\u00e4ndert \u2013 aber unsere Perspektive darauf. Die Gesellschaft wandelt sich und mit ihr auch das Publikum des J\u00fcdischen Museums Berlin. Darauf geht die Ausstellung ein. Sie zeigt die Vielfalt des Judentums und ermutigt Besucher, j\u00fcdische Kultur in Vergangenheit und Gegenwart aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten\u201c, sagt Hetty Berg, Direktorin des J\u00fcdischen Museums Berlin.<\/p>\n<p>\u201e<strong>Wir setzen andere Schwerpunkte als vor 20 Jahren<\/strong>: So bereichern wir den Rundgang durch die Epochen mit Einblicken in j\u00fcdische Kultur und Tradition und zeigen, wie Judentum heute gelebt wird. Die Bez\u00fcge zur Gegenwart bieten Besuchern Ankn\u00fcpfungspunkte an ihre eigene Lebensrealit\u00e4t\u201c, erg\u00e4nzt Cilly Kugelmann, leitende Kuratorin der Ausstellung.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich dokumentiert die Dauerausstellung weiterhin die Geschichte der Juden in Deutschland vom Mittelalter bis heute. Auf \u00fcber 3.500 m<sup>2<\/sup> begegnet der Besucher der <strong>wechselhaften Geschichte dieser Religionsgemeinschaft und ihrer Kultur<\/strong>, die das Haus vielstimmig und vielfach auch interaktiv pr\u00e4sentiert. Auf zwei Etagen gew\u00e4hren Virtual-Reality- und Mitmachstationen sowie Kunstinstallationen Einblicke. In der neuen Dauerausstellung greift man zudem st\u00e4rker auf Objekte aus der museumseigenen Sammlung als bisher zur\u00fcck. Rund 70 % stammen jetzt aus dem hauseigenen Depot.<\/p>\n<p>Auch wird die j\u00fcdische Geschichte nicht mehr wie zuvor rein chronologisch erz\u00e4hlt. Zeitgem\u00e4\u00df greifen die Ausstellungsabschnitte wichtige historische Epochen und besondere j\u00fcdische Themen auf. <strong>Die Ausstellung gliedert sich dabei grunds\u00e4tzlich in f\u00fcnf historische Kapitel,<\/strong> die von den Anf\u00e4ngen j\u00fcdischen Lebens in Aschkenas \u2013 dem fr\u00fchmittelalterlichen Leben in (Mittel)Europa \u2013, \u00fcber die Emanzipationsbewegung der Aufkl\u00e4rung und deren Scheitern bis in die Gegenwart reichen. Der Nationalsozialismus und das Kapitel \u201eNach 1945\u201c nehmen dabei den gr\u00f6\u00dften Raum ein. Diese reicht vom Umgang mit der Z\u00e4sur des Holocaust \u00fcber den Neubeginn j\u00fcdischen Lebens in der Bundesrepublik und der DDR inklusive Restitution und Wiedergutmachung bis hin zum immer wieder mal ambivalenten Verh\u00e4ltnis zu Israel. Und zur russischsprachigen j\u00fcdischen Einwanderung ab 1990, die mit ihren unterschiedlichen Vorstellungen \u00fcber die Aus\u00fcbung der Religion innerhalb der j\u00fcdischen Gemeinde in Deutschland Gegens\u00e4tze schuf.<\/p>\n<p>Denn Juden in Deutschland stie\u00dfen durch die ganzen 1.700 Jahre des Zusammenlebens immer wieder auf Ablehnung, Verachtung und Verfolgung. Die vielen lokalen Pogrome und schlussendlich der Holocaust bildeten dabei die abscheulichen Tiefpunkte. <strong>Daher hat das Thema Antisemitismus ebenfalls eine besondere Bedeutung<\/strong> in der Ausstellung. Zus\u00e4tzlich wird dieses Thema im sogenannten Debattenraum aufgegriffen. In vier Kurzfilmen (1-2,5 Min.) werden hier antisemitische Fallbeispiele der Gegenwart aufgegriffen (Antij\u00fcdische Bilder: Judensau-Relief Stadtkirche Wittenberg, Beschneidungsdebatte, Schimpfwort \u201eDu Jude\u201c, Antisemitismus \u2013 Rassismus). Diese werden dabei aus unterschiedlichen Perspektiven von Historikern und Sozialwissenschaftlern eingeordnet.<\/p>\n<p>Acht thematische Inseln innerhalb der Dauerausstellung laden zudem ein, sich mit der j\u00fcdischen Kultur und Tradition vertieft auseinanderzusetzen. Sie informieren z. B. dar\u00fcber, was im Judentum heilig ist, was der Schabbat bedeutet oder bringen dem Besucher liturgische Ges\u00e4nge, aber auch moderne, internationale j\u00fcdische Popmusik n\u00e4her. Aufgezeichnete Interviews veranschaulichen zudem, wie sich die vielschichtige j\u00fcdische Gemeinschaft heutzutage definiert.<\/p>\n<p><strong>Wichtigstes Sammelgebiet und die \u201eSchatzkiste\u201c des Museums ist das historische Verm\u00e4chtnis deutscher Juden aus aller Welt<\/strong>, das \u00fcber Jahre durch Nachl\u00e4sse oder Schenkungen nach Berlin gekommen ist. In der interaktiven Medieninstallation \u201eFamilienalbum\u201c k\u00f6nnen die Besucher auf\u00fcber500 Fotos, Dokumente, Alltagsgegenst\u00e4nde und Kunstobjekte von zehn j\u00fcdischen Familien zur\u00fcckgreifen und ihre Geschichte verfolgen. Ein Audioguide in sechs Sprachen, herunterladbar als App aufs Smartphone unterst\u00fctzt bei der Erkundung der neuen Dauerausstellung. Daneben werden aber auch klassische F\u00fchrungen angepasst auf die Bed\u00fcrfnisse der Gruppen angeboten. Tastmodelle und -pl\u00e4ne, Vitrinen, die mit einem Rollstuhl unterfahrbar sind, und eine klare Wegef\u00fchrung erm\u00f6glichen au\u00dferdem einen barrierearmen Besuch. F\u00fcr Busfahrer noch wichtig: Es stehen ca. 6 Busparkpl\u00e4tze auf der dem Libeskind-Bau gegen\u00fcberliegenden Seite der Lindenstra\u00dfe zur Verf\u00fcgung (nicht reservierbar).<\/p>\n<p>Informationen und Buchungen f\u00fcr Gruppen: Tel.: 0 30\/ 259 93 305, visit@jmberlin.de, https:\/\/www.jmberlin.de\/ faq-frequently-askedquestions#topic-735<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: Dirk Sanne<\/p>\n<p>Bild: Als Willkommenspunkt begr\u00fc\u00dft ein stilisierter, 5 m hoher Baum aus wei\u00df gewachstem Holz die Besucher der neuen Dauerausstellung.<\/p>\n<p>Bildquell: J\u00fcdisches Museum Berlin\/Yves Sucksdorf<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><div id=\"pgc-13906-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-13906-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-image panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-image so-widget-sow-image-default-8b5b6f678277-13906\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"sow-image-container\">\n\t\t<img \n\tsrc=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/JMB-dauerausstellung-willkommenspunkt-2-512x341.jpg\" width=\"512\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/JMB-dauerausstellung-willkommenspunkt-2-512x341.jpg 512w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/JMB-dauerausstellung-willkommenspunkt-2-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/JMB-dauerausstellung-willkommenspunkt-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/JMB-dauerausstellung-willkommenspunkt-2-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/JMB-dauerausstellung-willkommenspunkt-2-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/JMB-dauerausstellung-willkommenspunkt-2-272x182.jpg 272w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" alt=\"\" \t\tclass=\"so-widget-image\"\/>\n\t<\/div>\n\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das J\u00fcdische Museum Berlin hat seine Dauerausstellung grunds\u00e4tzlich \u00fcberarbeitet. 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