{"id":14671,"date":"2020-11-20T06:00:21","date_gmt":"2020-11-20T05:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/?p=14671"},"modified":"2020-11-27T09:18:24","modified_gmt":"2020-11-27T08:18:24","slug":"mehr-corona-schutz-im-bus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/mehr-corona-schutz-im-bus\/","title":{"rendered":"Mehr Corona-Schutz im Bus"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-14671\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-14671-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-14671-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-14671-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p>Die Bushersteller intensivieren ihre Ma\u00dfnahmen, um ihre Reise- und Stadtbusse m\u00f6glichst corona-sicher zu machen. VDL, Van Hool und Daimler haben dabei das gleiche Ziel, gehen technisch aber unterschiedliche Wege.<\/p>\n<p><strong>VDL Bus &amp; Coach<\/strong> hat jetzt L\u00f6sungen f\u00fcr die Baureihen Futura und Citea entwickelt, die das Infektionsrisiko w\u00e4hrend der Fahrt verringern helfen sollen. F\u00fcr beide Fahrzeugklassen f\u00fchren die Niederl\u00e4nder die \u201eVDL Pure Air Technology\u201c ein.<\/p>\n<p>Diese Technologie beinhaltet die <strong>aktive Ionisierung der Luft<\/strong> mittels sogenannter Plasma-Cluster-Ionisatoren. Dabei werden positive Wasserstoff-Ionen (H+) und negative Sauerstoff-Ionen (O2-) erzeugt. Diese ziehen aufgrund ihrer elektrischen Ladung Wassermolek\u00fcle in der Luft an, die diese sozusagen einh\u00fcllen und so stabile Cluster-Ionen schaffen. Diese positiven und negativen Ionen binden sich nun an Oberfl\u00e4chen u. a. von Viren und wandeln sie als redaktionsfreudige OH-Radikale um. Sie entziehen schlicht dem Protein, das die Viren (und auch Bakterien) umgibt, den Wasserstoff.<\/p>\n<p>Dadurch werden das Protein und damit auch der Virus zerst\u00f6rt. Diesen Prozess gibt es auch in der Natur. In der Troposph\u00e4re (Erdboden bis 18 km H\u00f6he) entstehen die reaktiven Ionen unter UV-Strahlen aus Ozon und Wassermolek\u00fclen. Sie haben eine \u201ereinigende\u201c Wirkung bei Smog und bauen viele Spurengase ab. Daher nennt man sie auch gerne das Waschmittel der Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p>Im Omnibus str\u00f6mt die ionisierte Luft bei VDL aus den Luftkan\u00e4len und <strong>inaktiviert bzw. t\u00f6tet die Viren und Bakterien im Fahrgastraum<\/strong>. (Viren sind im Gegensatz zu Bakterien keine Lebewesen, sie k\u00f6nnen daher nicht get\u00f6tet werden. Fachleute sprechen daher von einer dauerhaften Inaktivierung, was aber faktisch auf das Gleiche rauskommt.) Das VDL-System wird beim Starten des Fahrzeugs automatisch aktiviert. Der Ionisationsprozess ist f\u00fcr Mensch und Umwelt harmlos.<\/p>\n<p>Zudem r\u00fcstete VDL seine Busse mit F7-Filter aus. Die Filterklasse F7 kann keine Keime, Bakterien oder Viren direkt herausfiltern, aber 90 % der Partikel mit einer Gr\u00f6\u00dfe von bis zu 0,4 \u00b5m. Dies schlie\u00dft auch die Feuchtigkeitstropfen ein, die durch Sprechen oder Husten entstehen. Diese Tr\u00f6pfchen dienen den wesentlich kleineren Viren (Corona 0,12-0,16 \u00b5m) als Transportmittel und werden somit vom F7-Filter gestoppt.<\/p>\n<p>Auch die Kollegen aus Belgien, Van Hool, gehen den Corona-Viren im Bus an den Kragen. Der Hersteller f\u00fchrt <strong>\u201eVan Hool Caps\u201c<\/strong> (Clean Air Purifying System) ein. Bisher hatten die Belgier im Wesentlichen nur mit einer Neuprogrammierung der Klimaanlagensoftware regieren k\u00f6nnen, die m\u00f6glichst viel Frischluft in das Fahrzeug transportiert (80 bis 100 % je nach Fahrzeugtyp). Der Luftaustausch im gesamten Businnenraum betr\u00e4gt dabei etwa zwei bis vier Minuten. Van Hool arbeitete bei der Entwicklung von Caps eng mit dem spanischen Klimaanlagenhersteller Sanz Clima zusammen. Dabei wird die Luft im Innenraum gereinigt und von u. a. Covid-19-Viren befreit. Caps ist dreistufig aufgebaut und verwendet eine aktive Filterung am Einlassstutzen der Luftwiederverwertung des Innenraums.<\/p>\n<p>Je nach VanHool-Fahrzeugtyp erfolgt das Ansaugen der zu recycelnden Innenluft mit vier oder sechs Filterelementen. Bei jedem Van-Hool-Bus wird die Luft im Innenraum in weniger als einer Minute erneuert. Die erste H\u00fcrde, die die Luft \u00fcberwinden muss ist ein <strong>elektrostatischer Filter<\/strong>. Dieser zieht Staub, Bakterien und Viren an. Durch die hohe elektrische Spannung werden Bakterien und Viren, die sich in dem Filter verfangen haben, abget\u00f6tet bzw. inaktiviert. Anschlie\u00dfend wird die Luft <strong>mithilfe einer UV-C-Lampe bestrahlt<\/strong>. Je nach Strahlenintensit\u00e4t werden die Aminos\u00e4uren bzw. Nukleins\u00e4uren im Viren- oder Bakterien-Protein zerst\u00f6rt. Gleichzeitig kommt es zur Ionisierung, es bilden sich Radikale, die dem Protein das Wasser entziehen. Laut Van Hool ben\u00f6tigen die Caps keine besondere Wartung. Erst nach 8.000 Betriebsstunden oder 500.000 km m\u00fcssen die Filterelemente ausgetauscht werden. Die Caps k\u00f6nnen sowohl ab Werk f\u00fcr alle neuen EX-Reisebusse bestellt als auch als Nachr\u00fcstung in bereits ausgelieferte Fahrzeuge implementiert werden. Der Einbau des gesamten Systems dauert, laut dem Busbauer, nur einen Tag.<\/p>\n<p>Die Belgier kommunizieren auch schon die Preise: F\u00fcr alle neuen EX-Fahrzeuge von Van Hool kostet CAPS 1.930 Euro (netto). Die Kosten f\u00fcr eine Nachr\u00fcstung in EX-Busse belaufen sich auf 2.975 Euro (netto). Die Nachr\u00fcstung erfolgt im Rahmen des Kundendienstservice von Van Hool Koningshooikt. Alternativ k\u00f6nnen sich Kunden auch an autorisierte Servicepartner des Herstellers in Europa wenden. Als n\u00e4chstes sollen dann Caps f\u00fcr die TX- und TDX-Reisebusse auf den Markt kommen. Der genaue Zeitpunkt und die Preise stehen aber noch nicht fest.<\/p>\n<p><strong>Daimler<\/strong> setzt dagegen auf den Einbau bzw. auf die Nachr\u00fcstung ihrer Klimaanlagen mit <strong>virentauglichen Filtern<\/strong> aus dem Haus Freudenberg. Zum einen filtern die mehrlagigen Filterschichten die Tr\u00f6pfchen samt Viren zu 99 % aus der Luft (0,05 bis 16 \u03bcm). Zum anderen sind diese Schichten mit einer Fruchts\u00e4ure impr\u00e4gniert. Diese Beschichtung greift ebenfalls die Proteinstruktur der Viren an und zerst\u00f6rt so Covid-19.<\/p>\n<p>Die Hochleitungsfilter sind bei Daimler f\u00fcr alle Reisebusse, auch Doppeldecker, und alle Hochboden-\u00dcberlandbusse verf\u00fcgbar. Bis zum Jahresende sollen dann alle Low-Entry und Stadtbusse folgen. \u00dcbrigens: Auch der Klimaanlagenhersteller Konvekta wird \u201ein K\u00fcrze\u201c Freudenberg-Filter in seine Anlagen einbauen bzw. bestehende Klimasysteme nachr\u00fcsten.<\/p>\n<p>Insgesamt gelten Reisebusse als ziemlich sicher. Das hat sich zumindest Daimler vom <strong>Hermann-Rietschel-Institut,<\/strong> (TU Berlin) best\u00e4tigen lassen. In der<strong> Untersuchung wurden die Aerosolkonzentration<\/strong> \u00fcber die Zeit sowie die Menge der potenziell eingeatmeten Aerosole berechnet. Die Grundlagen f\u00fcr eine Fernfeldanalyse waren:<\/p>\n<ul>\n<li>80 % Au\u00dfenluft\/ 20 % Umluft<\/li>\n<li>Raumvolumen 50 m<sup>3<\/sup><\/li>\n<li>37,5 Mal Luftwechsel je Std.\/Mischl\u00fcftung<\/li>\n<li>70 % Belegung\/39 Pers. (Einhalten der Abst\u00e4nde)<\/li>\n<li>99 % Filtereffizienz<\/li>\n<li>Eine infizierte Person an Bord<\/li>\n<li>10 % der max. Personen infiziert an Bord<\/li>\n<li>Atemaktivit\u00e4t p. P. 25 Partikel\/Sek.<\/li>\n<li>Sprechaktivit\u00e4t p. P. 300 Partikel\/Sek.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Simuliert wurden dabei eine Transferfahrt von 60 Min., eine Reiseverkehrsfahrt von 150 Min. und eine Fernbusfahrt von 240 Min. Demnach wurde der als kritisch an - genommene Wert von 3.000 Aerosolen auch nach vier Stunden im Bus nicht erreicht. Prof. Martin Kriegel, Leiter des Instituts kommentierte das Ergebnis: \u201eDie Situation in Reisebussen mit einem raschen Luftwechsel ist im Vergleich zu anderen t\u00e4glichen Situationen nicht besonders kritisch f\u00fcr die Fahrg\u00e4ste zu bewerten, sofern die AHA-Regeln eingehalten werden.<strong> Es besteht nur ein sehr geringes Risiko, selbst wenn ein Infizierter Teil einer Reisegruppe sein sollte<\/strong>\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: Dirk Sanne<\/p>\n<p>Bildquelle: Daimler AG (modifiziert)<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><div id=\"pgc-14671-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-14671-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-image panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-image so-widget-sow-image-default-8b5b6f678277-14671\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"sow-image-container\">\n\t\t<img \n\tsrc=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Titel-512x419.jpg\" width=\"512\" height=\"419\" srcset=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Titel-512x419.jpg 512w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Titel-200x164.jpg 200w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Titel-183x150.jpg 183w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Titel-768x628.jpg 768w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Titel.jpg 1254w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" alt=\"\" \t\tclass=\"so-widget-image\"\/>\n\t<\/div>\n\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bushersteller intensivieren ihre Ma\u00dfnahmen, um ihre Reise- und Stadtbusse m\u00f6glichst corona-sicher zu machen. 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