{"id":14831,"date":"2020-11-26T09:58:30","date_gmt":"2020-11-26T08:58:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/?p=14831"},"modified":"2020-11-26T09:58:37","modified_gmt":"2020-11-26T08:58:37","slug":"veranstaltungsbranche-vorm-ruin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/veranstaltungsbranche-vorm-ruin\/","title":{"rendered":"Veranstaltungsbranche vorm Ruin?"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-14831\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-14831-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-14831-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-14831-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p>Die Auswirkungen der Coronakrise haben unter den Unternehmen des Kultur- und Veranstaltungssektors weitaus gr\u00f6\u00dfere Verheerungen angerichtet als in der \u00fcbrigen Wirtschaft. In einer \u00f6ffentlichen Anh\u00f6rung des Tourismusausschusses war am Mittwoch (25.11.20) die Rede von Umsatzeinbu\u00dfen von bis zu 100 % in diesem Jahr und einem \u201eSonderopfer\u201c, das die Politik der Branche auferlegt habe. Gewarnt wurde vor den Folgen der Einschr\u00e4nkungen des Veranstaltungslebens f\u00fcr die psychische Gesundheit der Bev\u00f6lkerung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Eventbranche sei nicht nur ein Motor etwa f\u00fcr Einzelhandel und Dienstleister, sondern stehe auch f\u00fcr Lebensfreude, Kultur und Unterhaltung.<\/p>\n<p>In der Anh\u00f6rung warnte der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Eventverbandes Borhen Azzouz vor einer \u201eInsolvenzwelle, deren Ausma\u00dfe wir noch nicht absehen k\u00f6nnen\u201c. Zu bef\u00fcrchten sei auch ein \u201emassiver Fachkr\u00e4ftemangel\u201c. Viele qualifizierte Besch\u00e4ftigte kehrten in ihrer Not der Branche den R\u00fccken und w\u00fcrden voraussichtlich nie mehr zur\u00fcckkehren. Die Umsatzeinbu\u00dfen der Mitglieder seines Verbandes bezifferte Azzouz auf 35 Mio. Euro seit M\u00e4rz dieses Jahres. \u201eWir wollen nicht nur fordern, sondern aktiv unterst\u00fctzen. Die Kultur- und Veranstaltungsbranche ist systemrelevant\u201c, sagte Azzouz. Sobald die Inzidenzzahlen fielen, m\u00fcssten \u201eprofessionell geplante Veranstaltungen\u201c wieder m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p>Der Vorsitzende des Verbands der Musikspielst\u00e4tten \u201eLiveKomm\u201c, Axel Ballreich, hob die Bedeutung der \u00fcber 600 Mitgliedsunternehmen seiner Organisation f\u00fcr die Gesamtwirtschaft, insbesondere den Tourismus, hervor. Allein im vergangenen Jahr seien 40 von insgesamt 600 Mio. \u00dcbernachtungen in Deutschland auf \u201eMusik- und Eventreisen\u201c entfallen, was Einnahmen von 13 Mrd. Euro generiert habe. Dagegen sei seit M\u00e4rz dieses Jahres der Umsatz um 95 bis 100 % gefallen. Lediglich die Spielst\u00e4tten, die im Sommer Veranstaltungen im Freien h\u00e4tten anbieten k\u00f6nne, seien etwas besser davongekommen; ihr Verlust belaufe sich auf etwa 80 %. \u201eUnser Gesch\u00e4ftsmodell beruht auf Enge, Schwitzen, Zusammenhalt. Wir werden die letzten sein, die wieder in den Normalbetrieb gehen d\u00fcrfen\u201c, sagte Ballreich.<\/p>\n<p>Von einer Situation, die \u201ein der Tat dramatisch\u201c sei, sprach auch die Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Deutschen Hotel- und Gastst\u00e4ttenverbands (DEHOGA), Ingrid Hartges, die den Umsatzr\u00fcckgang ihrer Mitgliedsunternehmen zwischen M\u00e4rz und Ende November 2020 auf 41 % bezifferte. Beunruhigend sei insbesondere, dass die Zahl der neuen Ausbildungsvertr\u00e4ge in diesem Jahr um 20 % eingebrochen sei. \u201eUm die allgemeine Wirtschaft aufrechtzuerhalten und damit die Schulen offen bleiben k\u00f6nnen, wird unserer Branche geschlossen eine Sonderopferrolle zugemutet. Dies gilt es zu entsch\u00e4digen\u201c, forderte Hartges. Scharf kritisierte sie gro\u00dfe Immobilienfonds, die keinerlei Entgegenkommen zeigten, um die Mietlasten der Unternehmen zu erleichtern.<\/p>\n<p>Auch J\u00f6rn Holtmeier, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Ausstellungs- und Messeausschusses der Deutschen Wirtschaft, betonte die Bedeutung seiner Branche f\u00fcr die Gesamtwirtschaft und zeichnete ein d\u00fcsteres Bild. In normalen Zeiten sei Deutschland der weltweit f\u00fchrende Messestandort, der allein ein Drittel aller internationalen Veranstaltungen ausrichte. In diesem Jahr seien 75 % aller Messen abgesagt oder verschoben worden. Von rund 28 Mrd. Euro Umsatz, die die Branche \u00fcblicherweise erziele, seien 22 Mrd. entfallen. Von 231.000 Arbeitspl\u00e4tzen seien mehr als 185.000 \u201eakut gef\u00e4hrdet\u201c. Als \u201everheerendes Signal\u201c bezeichnete es Holtmeier, dass Kanzlerin und L\u00e4nderchefs in ihrer Lockdown-Runde am 28. Oktober die Messebranche dem Freizeitsektor zugeschlagen h\u00e4tten. \u201eMessen sind keine Freizeitgestaltung\u201c, betonte er.<\/p>\n<p>Von einem hundertprozentigen Umsatzverlust sprach auch Ilona Jarabek, Pr\u00e4sidentin des Europ\u00e4ischen Verbandes der Veranstaltungs-Centren, der nach ihren Worten 650 Unternehmen vertritt. Sie warnte vor einem \u201egravierenden Schaden, der in Euro gar nicht zu beziffern ist, f\u00fcr den gesellschaftlichen Zusammenhalt\u201c, wenn der Lockdown andauere, und beschwerte sich ebenfalls dar\u00fcber, dass die Politik in ihrer Schlie\u00dfungsverf\u00fcgung Unternehmen und Institutionen ganz unterschiedlichen Charakters in einen Topf geworfen habe: \u201eEin Konzerthaus ist nicht dasselbe wie ein Schwimmbad.\u201c<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident des Deutschen Schaustellerbundes Albert Ritter beklagte, dass seine Mitglieder seit der Weihnachtsmarktsaison 2019 kein Geld mehr verdient h\u00e4tten. Auch er sprach von einem Sonderopfer und k\u00fcndigte eine \u201everfassungsrechtliche Kl\u00e4rung\u201c an, da Entsch\u00e4digungsfragen nicht zufriedenstellend geregelt seien. In normalen Zeiten z\u00f6gen Jahrm\u00e4rkte in Deutschland 130 Mio., die 3.000 Weihnachtsm\u00e4rkte 160 Mio. Besucher an, betonte Ritter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: Dt. Bundestag<\/p>\n<p>Bildquelle: pixabay\/Gerd Altmann<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><div id=\"pgc-14831-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-14831-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-image panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-image so-widget-sow-image-default-8b5b6f678277-14831\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"sow-image-container\">\n\t\t<img \n\tsrc=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/insolvency-593750-1-512x384.jpg\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/insolvency-593750-1-512x384.jpg 512w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/insolvency-593750-1-200x150.jpg 200w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/insolvency-593750-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/insolvency-593750-1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/insolvency-593750-1-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" title=\"insolvency-593750\" alt=\"\" \t\tclass=\"so-widget-image\"\/>\n\t<\/div>\n\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Auswirkungen der Coronakrise haben unter den Unternehmen des Kultur- und Veranstaltungssektors weitaus gr\u00f6\u00dfere Verheerungen angerichtet als in der \u00fcbrigen Wirtschaft. 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