{"id":16020,"date":"2021-03-19T06:33:09","date_gmt":"2021-03-19T05:33:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/?p=16020"},"modified":"2022-07-19T12:57:56","modified_gmt":"2022-07-19T10:57:56","slug":"auf-den-spuren-der-voegte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/auf-den-spuren-der-voegte\/","title":{"rendered":"Auf den Spuren der V\u00f6gte"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-16020\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-16020-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-16020-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-16020-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p>Der Kulturweg der V\u00f6gte verbindet touristisch die Sehensw\u00fcrdigkeiten im deutschen und b\u00f6hmischen Vogtland. Die Touristiker vor Ort haben daf\u00fcr 14 Etappen zu rund 150 ausgew\u00e4hlten Highlights ausgearbeitet.<\/p>\n<p>Haben Sie sich eigentlich schon einmal gefragt, woher das Vogtland seinen Namen hat? Jene Grenzregion zwischen Bayern, Sachsen, Th\u00fcringen und dem alten B\u00f6hmen? <strong>Es ist das ehemalige Herrschaftsgebiet der V\u00f6gte aus Gera, Greiz, Plauen und Weida<\/strong>. Vermutlich erhob schon Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) um 1180 die dortigen Herren zu V\u00f6gten, sprich zu Verwaltungsbeamten, die in seinem Sinne in ihrem jeweiligen Gebiet die Herrschaftsfunktion aus\u00fcbten. Diese, modern gesprochen, politischen Staatssekret\u00e4re des Kaisers konnten \u00fcber die Jahrhunderte ihre regionale Macht stabilisieren und verfestigen. Um 1343 wird der Name Vogtland offiziell f\u00fcr dieses heutige Grenzland genutzt.<\/p>\n<p>Eine Besonderheit gibt es noch zu bemerken: Das Egerland, auf der tschechischen Seite der Grenze gelegen, kam unter dem b\u00f6hmischen K\u00f6nig Johann von B\u00f6hmen (oder Johann der Blinde) unter die Verwaltung durch diese V\u00f6gte. <strong>Somit existiert auch ein b\u00f6hmisches Vogtland<\/strong>.<\/p>\n<p>Was nach einer historischen Petitesse klingt, nutzen heute die Touristiker beiderseits der Grenze: Sie entwickelten den \u201e<strong>Kulturweg der V\u00f6gte<\/strong>\u201c bzw. den \u201eKulturni cesta fojtu\u201c. Im Rahmen des Kooperationsprogramms \u201eFreistaat Sachsen \u2013 Tschechische Republik 2014 \u2013 2020\u201c entstand dieser Kulturweg, in welchem elf Partner aus B\u00f6hmen, Sachsen und Th\u00fcringen die kulturhistorischen Hinterlassenschaften aus der Zeit der V\u00f6gte touristisch sichtbar machen. F\u00fcr dieses Vorhaben bewilligte die EU 2016 insgesamt 1,76 Mio. Euro.<\/p>\n<p>Immerhin 800 Jahre lang pr\u00e4gten die V\u00f6gte und ihre Nachfahren das Land. Ihr Wappen, der vogtl\u00e4ndische L\u00f6we findet sich heute noch in vielen Stadtwappen wieder. Und nat\u00fcrlich entstanden in dieser langen Verwaltungs- bzw. Herrscherzeit etliche Burgen, Schl\u00f6sser sowie Sakralbauten, die heute noch einen Besuch wert sind.<\/p>\n<p><strong>Die Touristiker teilten ihren Kulturweg in zwei Abschnitte<\/strong>, einen n\u00f6rdlichen und einen s\u00fcdlichen. Dar\u00fcber hinaus schlagen sie unterschiedliche Teiletappen vor, um die Sehensw\u00fcrdigkeiten f\u00fcr die G\u00e4ste zu strukturieren bzw. den Weg f\u00fcr die Reisegruppe auch f\u00fcr Tagestouren gangbar zu machen. Auf insgesamt 14 Etappen kann man so gut 150 Sehensw\u00fcrdigkeiten kennenlernen.<\/p>\n<p>Ersterer Wegteil f\u00fchrt u. a. nach Greiz mit seinem Oberen Schloss, zu Burg und Museum Sch\u00f6nfels, zur Burg Posterstein. In einer weiteren Etappe geht\u2019s von Gera \u00fcber Weida nach Schleiz. Schloss Burgk und M\u00fchltroff folgen im Anschluss. Elsterberg geh\u00f6rt ebenfalls dazu. Die S\u00fcdroute nimmt u. a. Plauen, die Ruinen Wiedersberg, Burgstein und Neuberg sowie Schloss Heinersgr\u00fcn mit auf. Dann wechseln die Tourvorschl\u00e4ge hin\u00fcber ins b\u00f6hmische Vogtland. Asch, Oelsnitz und Franzensbad z\u00e4hlen dazu. Die St\u00e4dte Eger und Buchau sind weitere Ausflugspunkte.<\/p>\n<p>Eine kleine Auswahl dieser vogtl\u00e4ndischen Gestaltungs- und Schaffenskraft stellen wir Ihnen jetzt gerne vor: Die<strong> Stadt Weida<\/strong> gilt z. B. als Wiege des Vogtlandes. Hier hatten die V\u00f6gte gut 200 Jahre ihre Residenz. Weida ist reich an historischen Sehensw\u00fcrdigkeiten. Pr\u00e4gendes Monument der Stadt ist die Osterburg mit ihrem dachlosen Bergfried. Der 54 m hohe Turm ist innen hohl, verj\u00fcngt sich und endet in einem 17 m hohen steinernen Achteckhelm. Glanzpunkt der Burg ist der mehr[1]st\u00f6ckige romanische Saalbau, der vermutlich einst der Palas der Burg war. Auch die Ruinen der Widen- und Peterskirche, das sogenannte Kornhaus und die Reste der Stadtmauer mit ihren Wehrt\u00fcrmen z\u00e4hlen zu den dortigen Sehensw\u00fcrdigkeiten.<\/p>\n<p>Das <strong>Kloster Mildenfurth<\/strong> in der Nachbarschaft zu Weida wurde im Jahr 1193 von Vogt Heinrich II. von Weida ge - gr\u00fcndet und war lange Zeit das Hauskloster. Es ist insoweit eine Besonderheit, denn im 16. Jahrhundert wurde die dreischiffige Basilika des Klosters in ein Renaissanceschloss umgewandelt. Die Kreisstadt Greiz im Tal der Wei\u00dfen Elster gilt wiederum wegen ihrer Vielzahl an historischen Geb\u00e4uden als Perle des Vogtlandes.<\/p>\n<p><strong>Greiz<\/strong> war bis 1918 Landeshauptstadt des F\u00fcrstentums Reu\u00df (\u00e4ltere Linie). Das Obere sowie das Untere Schloss z\u00e4hlen zu den Highlights. Ersteres war sogar der Regierungssitz des kleinen F\u00fcrstentums. Neben den Schl\u00f6ssern bilden die Hauptwache, der R\u00f6hrenbrunnen oder das Lyzeum einen Teil der klassizistischen Stadtsilhouette. Die Museen der Stadt informieren \u00fcbrigens in der interaktiven Ausstellung \u201eVom Land der V\u00f6gte zum F\u00fcrstentum Reu\u00df \u00e4ltere Linie\u201c \u00fcber die Geschichte von Stadt und Land.<\/p>\n<p>Die <strong>Gemeinde Posterstein<\/strong> mit ihrer gleichnamigen Burg ist ein Ausflugsziel im s\u00fcdlichen Altenburger Land. Sie stammt aus dem 12. und 13. Jh., verf\u00fcgt aber \u00fcber barocke Aus- und Umbauten. Als besonders sehenswert gilt die Kirche neben der Burg mit ihrem sp\u00e4tbarocken Schnitzwerk aus Lindenholz, welches Altar, Kanzel und die Loge des Patronatsherrn umfasst.<\/p>\n<p>Die <strong>Stadt Plauen<\/strong>, bekannt als s\u00e4chsische Stoff- und Textilstadt des 18. Jh., z\u00e4hlt zu den zentralen Orten im Vogtland. Aus der Zeit des Mittelalters haben nur wenige Geb\u00e4ude, wie z. B. das Konventsgeb\u00e4ude des ehemaligen Komturhofs des Deutschen Ordens, die Zerst\u00f6rungen im Zweiten Weltkrieg \u00fcberlebt.<\/p>\n<p>Das <strong>Schloss Heinersgr\u00fcn<\/strong> mit seinen imposanten Mauern ist ebenfalls Bestandteil des Kulturweges. Lange Zeit residierte hier die Familie von Feilitzsch. Erst nach einem Feuer in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts bekamen der urspr\u00fcngliche Rechteckbau bzw. seine vorgelagerten Rundt\u00fcrme die markanten Zwiebelhauben aufgesetzt. Auch der rechteckige Anbau an der Westseite stammt aus dieser Zeit.<\/p>\n<p>Die <strong>Burg Wildstein<\/strong> im b\u00f6hmischen Vogtland thront auf einem Granitfelsen oberhalb des Soosbach. Seit dem Jahr 2001 kann man sie und das Burgmuseum besichtigen. \u00c4ltester Teil der Burg ist die Kapelle, in der heute die Gebeine eines Menschen ruhen, den man in den Burgw\u00e4nden gefunden hat. Die Burg wird bewirtschaftet; die kleine und die gro\u00dfe Ritterhalle bilden ein Restaurant mit Platz f\u00fcr 110 G\u00e4ste. Geboten wird traditionelle tschechische K\u00fcche im stilvollen Ambiente. Das Museum bietet \u00fcbrigens Einblicke in die Geschichte der Feuerwehr und in das Gerichtswesen, denn die Burg war zwischen 1850-1950 Sitz des Landkreisgerichts.<\/p>\n<p>Die tschechische <strong>Stadt Eger<\/strong> wiederum verf\u00fcgt \u00fcber mehrere Sehensw\u00fcrdigkeiten. Die dortige Stauferpfalz entstand w\u00e4hrend der Herrschaft des Kaisers Barbarossa, wobei der sogenannte Schwarze Turm und Teile der Befestigung \u00e4lteren Datums sind. Auch die hiesige romanische Doppelkapelle von 1188 hat die Wirren der Zeit bis heute \u00fcberlebt.<\/p>\n<p>Zu den bemerkenswerten Kirchen in Eger z\u00e4hlen die gotische Franziskaner- und die St.-Nikolaus-Kirche. Ein attraktiver Zwischenstopp ist sicherlich ebenfalls der Marktplatz mit seinen Geb\u00e4uden aus dem 13. Jh. wie z. B. das Egerer St\u00f6ckl, ein Komplex aus elf fast seltsam anmutenden Fachwerkh\u00e4usern, in denen einst j\u00fcdische Kaufleute wohnten. Oder das barocke Rathaus der Stadt vom italienischen Architekten Alliprandi \u2013 es ist unvollendet, Eger ging damals schlicht das Baugeld aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weitere Infos:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.kulturweg-der-voegte.eu\">Kulturweg der V\u00f6gte<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: Dirk Sanne<\/p>\n<p>Bild: Pr\u00e4gendes Monument in Weida ist die Osterburg mit ihrem Bergfried<\/p>\n<p>Bildquelle: pixabay\/Ernst Machka<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><div id=\"pgc-16020-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-16020-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-image panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-image so-widget-sow-image-default-8b5b6f678277-16020\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"sow-image-container\">\n\t\t<img \n\tsrc=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/osterburg-1565048-512x330.jpg\" width=\"512\" height=\"330\" srcset=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/osterburg-1565048-512x330.jpg 512w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/osterburg-1565048-200x129.jpg 200w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/osterburg-1565048-768x495.jpg 768w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/osterburg-1565048-1536x989.jpg 1536w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/osterburg-1565048-2048x1319.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" title=\"osterburg-1565048\" alt=\"\" \t\tclass=\"so-widget-image\"\/>\n\t<\/div>\n\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kulturweg der V\u00f6gte verbindet touristisch die Sehensw\u00fcrdigkeiten im deutschen und b\u00f6hmischen Vogtland. 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