{"id":16611,"date":"2021-05-14T06:22:18","date_gmt":"2021-05-14T04:22:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/?p=16611"},"modified":"2022-07-19T12:57:56","modified_gmt":"2022-07-19T10:57:56","slug":"kommunikation-auf-distanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/kommunikation-auf-distanz\/","title":{"rendered":"Kommunikation auf Distanz"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-16611\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-16611-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-16611-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-16611-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p>45 % aller Berufst\u00e4tigen in Deutschland arbeiten vom Homeoffice aus. Auch nach Ende der Pandemie werden viel mehr Berufst\u00e4tige von zuhause arbeiten als zuvor. Die Mitarbeiterf\u00fchrung muss dabei neue Wege gehen.<\/p>\n<p>Mit dem \u201e<strong>Vierten Gesetz zum Schutz der Bev\u00f6lkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite<\/strong>\u201c kam auch eine \u00c4nderung im Homeoffice auf die Arbeitgeber und -nehmer zu. Die bisherige Corona-Arbeitsschutz-Verordnung sah die Arbeitgeber in der Pflicht, ihren B\u00fcroangestellten die T\u00e4tigkeit im Homeoffice anzubieten, sofern die Anwesenheit bzw. ein Arbeiten im B\u00fcro nicht aus zwingenden Gr\u00fcnden notwendig sei (\u00a7 2 Abs. 4 Corona-Arbeitsschutz-Verordnung).<\/p>\n<p><strong>\u201eNunmehr m\u00fcssen Arbeitnehmer dieses Angebot auch annehmen\u201c<\/strong>, erkl\u00e4rt der Fachanwalt f\u00fcr Arbeitsrecht Prof. Michael Fuhlrott die Situation. Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) bekommt deswegen einen neuen Paragraphen eingef\u00fcgt. Dieser schreibt Besch\u00e4ftigten vor, das Angebot auf Homeoffice-T\u00e4tigkeit anzunehmen, \u201esoweit ihrerseits keine Gr\u00fcnde entgegenstehen\u201c (neuer \u00a7 28 b Abs. 7 S. 2 IfSG).<\/p>\n<p>Laut Michael Fuhlrott kann man sich als Arbeitnehmer allerdings gegen diese Pflicht mit wenigen Argumenten erfolgreich erwehren: \u201e<strong>Die Regelung ist aber in rechtlicher Hinsicht sehr schwach ausgestaltet<\/strong>. So gen\u00fcgt nach dem Wortlaut bereits jeder Hinderungsgrund, um eine T\u00e4tigkeit in der eigenen Wohnung abzulehnen\u201c, erl\u00e4utert Fachmann unter Verweis auf die Gesetzesbegr\u00fcndung (BT-Drs. 19\/28732 v. 20.04.2021, S. 21). Dort f\u00e4nden sich als Beispiele entgegenstehender Gr\u00fcnde etwa r\u00e4umliche Enge, St\u00f6rungen durch Dritte oder unzureichende technische Ausstattung. \u201eArbeitnehmer m\u00fcssen diese Gr\u00fcnde auch nicht detailliert darlegen oder gar mit einem Hausbesuch ihres Arbeit - gebers rechnen\u201c, so Michael Fuhlrott. \u201eNach der Gesetzesbegr\u00fcndung gen\u00fcgt es n\u00e4mlich, wenn der Besch\u00e4ftigte dem Arbeitgeber mitteilt, dass ihm ein Arbeiten von zu Hause nicht m\u00f6glich ist.\u201c<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von dieser Gesetzes\u00e4nderung nutzen bereits viele Menschen <strong>freiwillig die M\u00f6glichkeit der Arbeit von zuhause<\/strong>. Laut dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) sind in der Corona-Pandemie 10,5 Mio. Berufst\u00e4tige ausschlie\u00dflich im Homeoffice. Weitere 8,3 Mio. arbeiten zum Teil von zuhause aus. Das entspricht insgesamt 45 % aller Berufst\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Der Verband sieht darin ein Erfolgsmodell: \u201eAuch nach Ende der Corona-Pandemie werden sehr viel mehr Berufst\u00e4tige im Homeoffice arbeiten als zuvor. Nach Bitkom-Berechnungen wird mehr als jeder Dritte (35 %) den Arbeitsort ganz oder teilweise flexibel w\u00e4hlen. Das entspricht 14,7 Mio. Berufst\u00e4tigen\u201c.<\/p>\n<p>Bitkom sieht die Pandemie daher als einen <strong>Ausl\u00f6ser eines tiefgreifenden und nachhaltigen Wandels in der Arbeitswelt<\/strong>. Die gro\u00dfe Mehrheit habe in den vergangenen Monaten mit dem Homeoffice \u00fcberwiegend positive Erfahrungen gemacht. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass flexibles Arbeiten die Qualit\u00e4t der Arbeitsergebnisse nicht schm\u00e4lert, so Bitkom. Im Gegenteil, unabh\u00e4ngig von Zeit und Ort zu arbeiten, k\u00f6nne allen Seiten Vorteile bringen, aber das setze einen tiefgreifenden Kulturwandel in der Arbeitswelt voraus.<\/p>\n<p>Dabei verlangt Homeoffice nicht nur von den Mitarbeitern Umstellungen und in den bisherigen Arbeitsabl\u00e4ufen Anpassungen. Auch d<strong>ie F\u00fchrungsebenen im Unternehmen m\u00fcssen umlernen<\/strong> und in der Personalf\u00fchrung neue Wege gehen. So sieht das zumindest Ruth St\u00fcer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin bei der cco netzwerke GmbH bei einem Vortrag im Rahmen der VPR Denkfabrik, einer digitalen Plattform zum Wissens- und Ideenaustausch in Pandemiezeiten unter Reiseveranstaltern. F\u00fchrung und Mitarbeiterbindung auf Distanz sei f\u00fcr viele Unternehmen eine ganz neue Herausforderung.<\/p>\n<p>Wird das falsch angegangen oder vernachl\u00e4ssigt, entkoppelt man den Mitarbeiter innerlich schnell von der Firma. Am Ende sucht sich dann der Kollege frustriert und sozusagen seelisch vereinsamt eine neue berufliche Aufgabe.<\/p>\n<p>St\u00fcer skizziert dabei folgendes <strong>gef\u00e4hrliches Szenario<\/strong>: Wer monatelang im Homeoffice sitzt, verliert unter Umst\u00e4nden zunehmend den Kontakt zu seinen Kollegen. Der Mitarbeiter ist dann nur noch fachlich mit der Firma verbunden, weil sich die F\u00fchrungskr\u00e4fte ausschlie\u00dflich bei der \u00dcbergabe und Abwicklungen von beruflichen Aufgaben melden. Richtig belastend wird es, wenn der Kollege im Homeoffice den Eindruck gewinnt, die Kontaktaufnahme seitens der Chefs erinnern eher an Kontrollanrufe.<\/p>\n<p>Die zwischenmenschliche Plauderei in den B\u00fcrog\u00e4ngen gibt es f\u00fcr ihn nicht mehr, die Gratulation zum Geburtstag wurde vielleicht auch schon vergessen. Zudem ist der Informationsaustausch \u00fcber Neuigkeiten in der Firma oder aus der Branche erschwert. Auch kann die Abgrenzung zwischen Privat und Beruf schwierig und konfliktreich werden.<\/p>\n<p><strong>Diese negativen Begleiterscheinungen<\/strong> von Homeoffice k\u00f6nnen dazu f\u00fchren, dass der Mitarbeiter nach und nach die Lust und das Interesse an der eigenen Arbeit verliert. Dem sollte die Firma durch eine neue Art der (digitalen) Kommunikation mit den \u201eExternen\u201c von vorneherein entgegenwirken. Schlie\u00dflich will man ja nach dem Tag X, also nach der Pandemie, mit einer engagierten Crew weitermachen, bzw. in Branchen, wie der Bus- und Gruppenreisebranche neu durchstarten. Es will daher mit Empathie gef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Dabei gilt es, so der dringende Rat von St\u00fcer, <strong>besondere Themen immer pers\u00f6nlich zu besprechen<\/strong>. In der Zeit der Abstandsarbeit sei es dar\u00fcber hinaus wichtiger als bisher, den internen Informationsfluss am Laufen zu halten und die Kollegen im Homeoffice miteinzubinden. Genauso bedeutend ist das Kontakthalten, also die pers\u00f6nliche Verbindung, die nicht ausschlie\u00dflich die Arbeitsabl\u00e4ufe betrifft. \u201eDas kann man \u00fcber eine Art Online-Lagerfeuer zum Feierabend gestalten oder in dem man sich regelm\u00e4\u00dfig virtuell auf einen Kaffee zum allgemeinen Austausch trifft\u201c, meint Ruth St\u00fcer.<\/p>\n<p>Auch sei es empfehlenswert, liebgewordene Gepflogenheiten in der Corona- und Homeoffice-Zeit weiter zu pflegen. Beispielsweise sollten auch die Kollegen, die daheim sitzen, zum gemeinsamen Ergebnistipp bei den anstehenden Fu\u00dfballbundesligaspielen weiterhin hinzugezogen werden. Oder, falls es solche Rituale im Unternehmen noch nicht gibt, sollte man sie einf\u00fchren, um die zwischenmenschliche Bindung in corona-bedingt einsamen Zeiten zu vertiefen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: Dirk Sanne<\/p>\n<p>Bildquelle: pixabay\/Lukas Bieri<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><div id=\"pgc-16611-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-16611-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-image panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-image so-widget-sow-image-default-8b5b6f678277-16611\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"sow-image-container\">\n\t\t<img \n\tsrc=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/home-office-2452806-512x341.jpg\" width=\"512\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/home-office-2452806-512x341.jpg 512w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/home-office-2452806-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/home-office-2452806-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/home-office-2452806-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/home-office-2452806-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/home-office-2452806-272x182.jpg 272w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" title=\"home-office-2452806\" alt=\"\" \t\tclass=\"so-widget-image\"\/>\n\t<\/div>\n\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>45 % aller Berufst\u00e4tigen in Deutschland arbeiten vom Homeoffice aus. 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