{"id":18643,"date":"2021-12-03T06:00:20","date_gmt":"2021-12-03T05:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/?p=18643"},"modified":"2026-06-26T15:03:34","modified_gmt":"2026-06-26T13:03:34","slug":"interview-es-ist-der-blick-ueber-den-eigenen-tellerrand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/interview-es-ist-der-blick-ueber-den-eigenen-tellerrand\/","title":{"rendered":"Interview: \u201eEs ist der Blick \u00fcber den eigenen Tellerrand\u201c"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-18643\"  class=\"panel-layout\" >\n<div id=\"pg-18643-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\"  data-style=\"{&quot;background_image_attachment&quot;:false,&quot;background_display&quot;:&quot;tile&quot;,&quot;cell_alignment&quot;:&quot;flex-start&quot;}\" >\n<div id=\"pgc-18643-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\"  data-weight=\"0.5\" >\n<div id=\"panel-18643-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" data-style=\"{&quot;background_image_attachment&quot;:false,&quot;background_display&quot;:&quot;tile&quot;}\" >\n<div class=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\">\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n<p>Auslandsaufenthalte bilden und weiten den Horizont. Das empfindet auch Barbara Huber von Huber Busreisen aus Kirchweidach und ging als Busfahrerin nach D\u00e4nemark. \u00dcber ihre Erfahrungen sprach sie mit BUSMAGAZIN-Chefredakteur Dirk Sanne.<\/p>\n<p><strong>Busmagazin:<\/strong> Frau Huber, wie kommt es, dass Sie in diesem Jahr in D\u00e4nemark f\u00fcr ein dortiges Busunternehmen als Fahrerin eingesprungen sind?<\/p>\n<p><strong>Barbara Huber<\/strong>: D\u00e4nemark hob zumindest zeitweilig im Sommer und Herbst 2021 alle Corona-Beschr\u00e4nkungen auf und kehrte zum normalen Leben zur\u00fcck &#8211; ohne z. B. Masken- und AHA-Pflicht. Damit normalisierten sich dort auch der Bus- und Busreiseverkehr wieder, w\u00e4hrend wir in Deutschland noch unter den Folgen der damaligen dritten Covid19-Welle litten.<\/p>\n<p>Es herrschte in D\u00e4nemark ein akuter Fahrermangel \u2013 auch aufgrund der Pandemie. Mitarbeiter haben sich in dieser Zeit einen anderen Beruf gesucht, der ihnen als krisensicher galt. Diese kehrten dann nicht mehr zu ihren alten Arbeitgebern zur\u00fcck. Das ist bei unseren n\u00f6rdlichen Nachbarn nicht anders als bei uns.<\/p>\n<p>Ich habe schon einmal im Sommer 2015 f\u00fcr die Firma gearbeitet. In dieser Ferienzeit gibt es traditionell f\u00fcr uns wenig zu fahren. Ich hatte also die Zeit auszuhelfen. Damals war ich mit dem eigenen Bus f\u00fcr die d\u00e4nischen Kollegen unterwegs. Aufgrund der mit mir gemachten guten Erfahrungen, entschloss man sich dieses Jahr, mich noch einmal zu fragen, ob ich als Fahrerin einspringen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>BM:<\/strong> Bei wem waren Sie im Einsatz und welche Fahraufgaben haben Sie \u00fcbernommen?<\/p>\n<p><strong>Huber:<\/strong> Ich arbeitete bei Vikingbus, einem Zusammenschluss aus vier namhaften d\u00e4nischen Busunternehmen mit Sitz in Hvidovre bei Kopenhagen. Unterwegs war ich vor allem in der Stadt Slagelse auf der Insel Seeland. Anfangs fuhr ich vor allem Schienenersatzverkehr, dann war ich auch im mehrt\u00e4gigen Reiseverkehr u. a. nach Berlin und Stra\u00dfburg unterwegs.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>BM:<\/strong> Was war f\u00fcr Sie die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung?<\/p>\n<p><strong>Huber<\/strong>: Meine fehlenden d\u00e4nischen Sprachkenntnisse. Die Sprache des jeweiligen Landes zu k\u00f6nnen, in dem man arbeitet, ist ein nicht zu untersch\u00e4tzender Vorteil. Man kommt zwar mit Englisch gut zurecht, aber es bleibt anstrengend.<\/p>\n<p>Auf den ersten beiden Einweisungsfahrten hatte ich z. B. einen D\u00e4nen als Begleiter an Bord, der mir mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen die Route erkl\u00e4rte. Er war, wie ich nicht perfekt im Englischen, aber auch diese Einweisung hat dann irgendwie geklappt.<\/p>\n<p>Trotz meiner Sprachm\u00e4ngel haben mich die D\u00e4nen insgesamt gut aufgenommen. Einige konnten auch Deutsch und nutzten die Chance, mit mir ihre Sprachkenntnisse wieder aufzufrischen. Besonders die Sch\u00fcler fanden das spannend, an mir ihre Deutschkenntnisse auszuprobieren.<\/p>\n<p>Durch diesen Auslandsaufenthalt habe ich zudem viel Verst\u00e4ndnis f\u00fcr jeden ausl\u00e4ndischen Busfahrer hierzulande gewonnen, der mit Sprachschwierigkeiten zu k\u00e4mpfen hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>BM:<\/strong> Was hat Sie bewegt, im Bewusstsein ihrer fehlenden D\u00e4nischkenntnisse in die Fremde zu gehen?<\/p>\n<p><strong>Huber:<\/strong> Ich mag es, mich auf neue Herausforderungen einzulassen, die eben nicht zum Alltagsgesch\u00e4ft einer Busfahrerin in Deutschland geh\u00f6ren. Das erweitert meinen Horizont. Ich komme zudem mit sehr guten Erfahrungen aus D\u00e4nemark zur\u00fcck und kann nur jedem Fahrer empfehlen, einmal ein derartiges \u201eAuslandssemester\u201c zu machen. Das d\u00fcrfte die Qualit\u00e4t der Fahrer hierzulande heben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>BM:<\/strong> Wie meinen Sie das?<\/p>\n<p><strong>Huber:<\/strong> Es ist der ber\u00fchmte Blick \u00fcber den eigenen Tellerrand hinaus. Man bekommt einen Einblick in eine andere Kultur, in einen anderen Lebensstil und andere Arbeitsweisen. Das d\u00e4nische Unternehmen, f\u00fcr das ich unterwegs war, kennt z. B. eine sehr flache Hierarchie und die Arbeit geschieht beeindruckend kooperativ, was ich als sehr positiv wahrnahm.<\/p>\n<p>Ich bin daher der Meinung, dass der Austausch von Fahrern \u00fcber Grenzen hinweg der Allgemeinbildung zugutekommt. Vielleicht sollte man die Ausbildung zum Berufskraftfahrer bzw. die Weiterbildungen sogar in dieser Hinsicht \u00fcberdenken, so dass zuk\u00fcnftige Busfahrer Erfahrungen in ausl\u00e4ndischen Betrieben sammeln k\u00f6nnen. Ich denke, das ist auch durchaus im Sinne des europ\u00e4ischen Gedankens, dass man die nationale Ausbildung zum Kraftfahrer zumindest punktuell auf ein internationales Niveau bringt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>BM:<\/strong> Frau Huber, wir danken f\u00fcr Ihre Zeit und das Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bild: Barbara Huber im Einsatz f\u00fcr Vikingbus<\/p>\n<p>Foto: Barbara Huber<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"pgc-18643-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\"  data-weight=\"0.5\" >\n<div id=\"panel-18643-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-image panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" data-style=\"{&quot;background_image_attachment&quot;:false,&quot;background_display&quot;:&quot;tile&quot;}\" >\n<div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-image so-widget-sow-image-default-8b5b6f678277\"\n\t\t\t\n\t\t><\/p>\n<div class=\"sow-image-container\">\n\t\t<img \n\tsrc=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0067-512x385.jpeg\" width=\"512\" height=\"385\" srcset=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0067-512x385.jpeg 512w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0067-200x150.jpeg 200w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0067-rotated.jpeg 639w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" title=\"IMG_0067\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" \t\tclass=\"so-widget-image\"\/>\n\t<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auslandsaufenthalte bilden und weiten den Horizont. 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