{"id":5038,"date":"2018-02-27T14:22:23","date_gmt":"2018-02-27T13:22:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/?p=5038"},"modified":"2018-02-27T14:22:23","modified_gmt":"2018-02-27T13:22:23","slug":"bundesverwaltungsgericht-fahrverbote-fuer-diesel-grundsaetzlich-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/bundesverwaltungsgericht-fahrverbote-fuer-diesel-grundsaetzlich-moeglich\/","title":{"rendered":"Bundesverwaltungsgericht: Fahrverbote f\u00fcr Diesel grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-5038\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-5038-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-5038-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5038-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<div>Fahrverbote f\u00fcr Dieselfahrzeuge sind grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich, so lautet die heutige (27.2.2018) Entscheidung des Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div>Nachfolgende die Erl\u00e4uterung der Entscheidung (Quelle\/Text: Bundesverwaltungsgericht).<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div class=\"tzData\">Mit zwei Urteilen hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig heute die Sprungrevisionen der L\u00e4nder Nordrhein-Westfalen (BVerwG\u00a07\u00a0C\u00a026.16) und Baden-W\u00fcrttemberg (BVerwG\u00a07\u00a0C\u00a030.17) gegen erstinstanzliche Gerichtsentscheidungen der Verwaltungsgerichte D\u00fcsseldorf und Stuttgart zur Fortschreibung der Luftreinhaltepl\u00e4ne D\u00fcsseldorf und Stuttgart \u00fcberwiegend zur\u00fcckgewiesen. Allerdings sind bei der Pr\u00fcfung von Verkehrsverboten f\u00fcr Diesel-Kraftfahrzeuge gerichtliche Ma\u00dfgaben insbesondere zur Wahrung der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit zu beachten.<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div class=\"tzData\">Das Verwaltungsgericht D\u00fcsseldorf verpflichtete das Land Nordrhein-Westfalen auf Klage der Deutschen Umwelthilfe, den Luftreinhalteplan f\u00fcr D\u00fcsseldorf so zu \u00e4ndern, dass dieser die erforderlichen Ma\u00dfnahmen zur schnellstm\u00f6glichen Einhaltung des \u00fcber ein Jahr gemittelten Grenzwertes f\u00fcr Stickstoffdioxid (NO<sub>2<\/sub>) in H\u00f6he von 40 \u00b5g\/m\u00b3 im Stadtgebiet D\u00fcsseldorf enth\u00e4lt. Der Beklagte sei verpflichtet, im Wege einer \u00c4nderung des Luftreinhalteplans weitere Ma\u00dfnahmen zur Beschr\u00e4nkung der Emissionen von Dieselfahrzeugen zu pr\u00fcfen. Beschr\u00e4nkte Fahrverbote f\u00fcr bestimmte Dieselfahrzeuge seien rechtlich und tats\u00e4chlich nicht ausgeschlossen.<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"tzData\">Das Verwaltungsgericht Stuttgart verpflichtete das Land Baden-W\u00fcrttemberg, den Luftreinhalteplan f\u00fcr Stuttgart so zu erg\u00e4nzen, dass dieser die erforderlichen Ma\u00dfnahmen zur schnellstm\u00f6glichen Einhaltung des \u00fcber ein Kalenderjahr gemittelten Immissionsgrenzwertes f\u00fcr NO<sub>2<\/sub>\u00a0in H\u00f6he von 40 \u00b5g\/m\u00b3 und des Stundengrenzwertes f\u00fcr NO<sub>2<\/sub>\u00a0von 200 \u00b5g\/m\u00b3 bei maximal 18 zugelassenen \u00dcberschreitungen im Kalenderjahr in der Umweltzone Stuttgart enth\u00e4lt. Der Beklagte habe ein ganzj\u00e4hriges Verkehrsverbot f\u00fcr alle Kraftfahrzeuge mit Dieselmotoren unterhalb der Schadstoffklasse Euro 6 sowie f\u00fcr alle Kraftfahrzeuge mit Ottomotoren unterhalb der Schadstoffklasse Euro 3 in der Umweltzone Stuttgart in Betracht zu ziehen.<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"tzData\">Die verwaltungsgerichtlichen Urteile sind vor dem Hintergrund des Unionsrechts \u00fcberwiegend nicht zu beanstanden. Unionsrecht und Bundesrecht verpflichten dazu, durch in Luftreinhaltepl\u00e4nen enthaltene geeignete Ma\u00dfnahmen den Zeitraum einer \u00dcberschreitung der seit 1.\u00a0Januar\u00a02010 geltenden Grenzwerte f\u00fcr NOso kurz wie m\u00f6glich zu halten.<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"tzData\">Entgegen der Annahmen der Verwaltungsgerichte l\u00e4sst das Bundesrecht zonen- wie streckenbezogene Verkehrsverbote speziell f\u00fcr Diesel-Kraftfahrzeuge jedoch nicht zu. Nach der bundesrechtlichen Verordnung zur Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge mit geringem Beitrag zur Schadstoffbelastung (\u201ePlakettenregelung\u201c) ist der Erlass von Verkehrsverboten, die an das Emissionsverhalten von Kraftfahrzeugen ankn\u00fcpfen, bei der Luftreinhalteplanung vielmehr nur nach deren Ma\u00dfgaben m\u00f6glich (rote, gelbe und gr\u00fcne Plakette).<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"tzData\">Mit Blick auf die unionsrechtliche Verpflichtung zur schnellstm\u00f6glichen Einhaltung der NO<sub>2<\/sub>-Grenzwerte ergibt sich jedoch aus der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union, dass nationales Recht, dessen unionsrechtskonforme Auslegung nicht m\u00f6glich ist, unangewendet bleiben muss, wenn dies f\u00fcr die volle Wirksamkeit des Unionsrechts erforderlich ist. Deshalb bleiben die \u201ePlakettenregelung\u201c sowie die StVO, soweit diese der Verpflichtung zur Grenzwerteinhaltung entgegenstehen, unangewendet, wenn ein Verkehrsverbot f\u00fcr Diesel-Kraftfahrzeuge sich als die einzig geeignete Ma\u00dfnahme erweist, den Zeitraum einer Nichteinhaltung der NO<sub>2<\/sub>-Grenzwerte so kurz wie m\u00f6glich zu halten.<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"tzData\">Hinsichtlich des Luftreinhalteplans Stuttgart hat das Verwaltungsgericht in tats\u00e4chlicher Hinsicht festgestellt, dass lediglich ein Verkehrsverbot f\u00fcr alle Kraftfahrzeuge mit Dieselmotoren unterhalb der Schadstoffklasse Euro 6 sowie f\u00fcr alle Kraftfahrzeuge mit Ottomotoren unterhalb der Schadstoffklasse Euro\u00a03 in der Umweltzone Stuttgart eine geeignete Luftreinhaltema\u00dfnahme darstellt.<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"tzData\">Bei Erlass dieser Ma\u00dfnahme wird jedoch - wie bei allen in einen Luftreinhalteplan aufgenommenen Ma\u00dfnahmen - sicherzustellen sein, dass der auch im Unionsrecht verankerte Grundsatz der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit gewahrt bleibt. Insoweit ist hinsichtlich der Umweltzone Stuttgart eine phasenweise Einf\u00fchrung von Verkehrsverboten, die in einer ersten Stufe nur \u00e4ltere Fahrzeuge (etwa bis zur Abgasnorm Euro 4) betrifft, zu pr\u00fcfen. Zur Herstellung der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit d\u00fcrfen Euro-5-Fahrzeuge jedenfalls nicht vor dem 1.\u00a0September\u00a02019 (mithin also vier Jahre nach Einf\u00fchrung der Abgasnorm Euro 6) mit Verkehrsverboten belegt werden. Dar\u00fcber hinaus bedarf es hinreichender Ausnahmen, z.B. f\u00fcr Handwerker oder bestimmte Anwohnergruppen.<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"tzData\">Hinsichtlich des Luftreinhalteplans D\u00fcsseldorf hat das Verwaltungsgericht festgestellt, dass Ma\u00dfnahmen zur Begrenzung der von Dieselfahrzeugen ausgehenden Emissionen nicht ernsthaft in den Blick genommen worden sind. Dies wird der Beklagte nachzuholen haben. Ergibt sich bei der Pr\u00fcfung, dass sich Verkehrsverbote f\u00fcr Diesel-Kraftfahrzeuge als die einzig geeigneten Ma\u00dfnahmen zur schnellstm\u00f6glichen Einhaltung \u00fcberschrittener NO<sub>2<\/sub>-Grenzwerte darstellen, sind diese - unter Wahrung des Grundsatzes der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit - in Betracht zu ziehen.<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"tzData\">Die StVO erm\u00f6glicht die Beschilderung sowohl zonaler als auch streckenbezogener Verkehrsverbote f\u00fcr Diesel-Kraftfahrzeuge. Der Vollzug solcher Verbote ist zwar gegen\u00fcber einer \u201ePlakettenregelung\u201c deutlich erschwert. Dies f\u00fchrt allerdings nicht zur Rechtswidrigkeit der Regelung.<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>BVerwG 7 C 26.16 - Urteil vom 27. Februar 2018<\/strong><\/p>\n<p>Vorinstanz:<\/p>\n<p class=\"instanz\">VG D\u00fcsseldorf, 3 K 7695\/15 - Urteil vom 13. September 2016 -<\/p>\n<p><strong>BVerwG 7 C 30.17 - Urteil vom 27. Februar 2018<\/strong><\/p>\n<p>Vorinstanz:<\/p>\n<p class=\"instanz\">VG Stuttgart, 13 K 5412\/15 - Urteil vom 26. Juli 2017 -<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Bildquelle: pixabay\/tobias1044<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><div id=\"pgc-5038-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5038-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-image panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-image so-widget-sow-image-default-8b5b6f678277-5038\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"sow-image-container\">\n\t\t<img \n\tsrc=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/exhaust-tobias-1044-512x341.jpg\" width=\"512\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/exhaust-tobias-1044-512x341.jpg 512w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/exhaust-tobias-1044-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/exhaust-tobias-1044-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/exhaust-tobias-1044-272x182.jpg 272w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" title=\"exhaust-tobias 1044\" alt=\"\" \t\tclass=\"so-widget-image\"\/>\n\t<\/div>\n\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fahrverbote f\u00fcr Dieselfahrzeuge sind grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich, so lautet die heutige (27.2.2018) Entscheidung des Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. \u00a0 Nachfolgende die Erl\u00e4uterung der Entscheidung (Quelle\/Text: Bundesverwaltungsgericht). \u00a0 \u00a0 Mit zwei Urteilen hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig heute die Sprungrevisionen der L\u00e4nder Nordrhein-Westfalen (BVerwG\u00a07\u00a0C\u00a026.16) und Baden-W\u00fcrttemberg (BVerwG\u00a07\u00a0C\u00a030.17) gegen erstinstanzliche Gerichtsentscheidungen der Verwaltungsgerichte D\u00fcsseldorf und Stuttgart zur Fortschreibung der &#8230; <a href=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/bundesverwaltungsgericht-fahrverbote-fuer-diesel-grundsaetzlich-moeglich\/\" class=\"more-link\">mehr<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":5041,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-5038","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-busmagazin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5038","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5038"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5038\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5043,"href":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5038\/revisions\/5043"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5041"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5038"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5038"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5038"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}