{"id":5252,"date":"2018-04-06T07:44:37","date_gmt":"2018-04-06T05:44:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/?p=5252"},"modified":"2018-04-13T09:24:44","modified_gmt":"2018-04-13T07:24:44","slug":"temsa-md-7-der-wendige-kurze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/temsa-md-7-der-wendige-kurze\/","title":{"rendered":"Temsa MD 7: Der wendige Kurze"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-5252\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-5252-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-5252-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5252-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p>Hierzulande ist das Konzept eher unbekannt, am Bosporus bildet es das <strong>R\u00fcckgrat des Nahverkehrs<\/strong>: Ultrakurze Rufbusse, die viel Platz und wenig Luxus bieten. Temsa wagt sich mit dem MD 7 jetzt erstmals auf den deutschen Markt.\u00a0<\/p>\n<p>Nach Meinung vieler Menschen krankt der \u00d6PNV in Deutschland oft an seinen verkrusteten Strukturen: Zu gro\u00dfe Gef\u00e4\u00dfe, die oft nur leer unterwegs sind und unflexible Taktzeiten, dies es nicht einfach machen, dem Auto den R\u00fccken zuzukehren. <strong>Dass es auch anders geht, zeigen die kleinen Rufbusse am Bosporus<\/strong>, die hundertfach in den t\u00fcrkischen Metropolen wuseln und erst dann losfahren, wenn die einigerma\u00dfen gef\u00fcllt sind. Sie werden hier Dolmu\u015f genannt, was soviel wie \u201evoll\u201c oder \u201egef\u00fcllt\u201c bedeutet. Und das mit bis zu 30 Personen, die zwar nicht luxuri\u00f6s, aber eben <strong>doch vern\u00fcnftig untergebracht<\/strong> sind in einem Gef\u00e4hrt, das eher robust als filigran gebaut ist aber sogar noch einigen Platz f\u00fcr Gep\u00e4ck mitbringt.<\/p>\n<p>Bisher waren solche Minibusse nach kleinasiatischer Machart in Mitteleuropa kaum denkbar. Zum einen gelten sie als zu grobschl\u00e4chtig und unkomfortabel, zum anderen teilen sich Kleinbusse auf Transporterbasis (Sprinter und Co.) den Markt weitgehend unter sich auf. Auch MAN bzw. VW werden ab 2019 auf diesem lukrativen Markt mitspielen, was noch mehr Spannung verspricht.<\/p>\n<p><strong>Dabei bietet das t\u00fcrkische Konzept durchaus seine Vorteile<\/strong>, da auf rund 8 m L\u00e4nge bis zu 33 Personen Platz finden k\u00f6nnen und mit 10 t zul. GG auch kein dr\u00e4ngendes Gewichtsproblem gegeben ist. Bei einem Leergewicht von rund 7 t stehen f\u00fcr jeden Fahrgast 100 kg Nutzlast zur Verf\u00fcgung, was durchaus ein guter Wert ist (offiziell darf im Kofferraum allerdings nur 260 Kilo zugeladen werden). <strong>Und das f\u00fcr einen vergleichbaren Preis wie ein Sprinteraufbau<\/strong>, der ebenso knapp \u00fcber die 100.000 E-Grenze hinausgehen kann \u2013 bei entsprechender Ausstattung. Seinem hochbeinigen, etwas ungelenken Giraffen-Aussehen und dem serienm\u00e4\u00dfigen Heckeinstieg hat es der Winzling sogar zu verdanken, dass er vor allem im Heck einen ansehnlichen <strong>Kofferraum von bis zu 5 m<sup>3<\/sup> <\/strong>vorweisen kann. Davon k\u00f6nnen Sprinter, Crafter und Co. nur tr\u00e4umen, zumeist m\u00fcssen die schmalen Gep\u00e4ckablagen ausreichen. Der winzige Radstand von nur 3,72 m ist zudem Grund f\u00fcr einen rekordverd\u00e4chtigen <strong>Wendekreis von unter 15 m<\/strong>. Das Wenden auf dem sprichw\u00f6rtlichen Teller sollte damit kein Problem sein. Diesen Wert kann der Mercedes Sprinter nur in seinem k\u00fcrzesten Baumuster mit 6 m L\u00e4nge unterbieten. Zusammen mit seiner Breite von 2,40 m ist der Winzling also pr\u00e4destiniert f\u00fcr Gebirgsstra\u00dfen oder enge Altst\u00e4dte.<\/p>\n<p>Hergestellt werden die kleinen Kapazit\u00e4tswunder von t\u00fcrkischen Firmen wie Temsa, Otokar und Karsan und waren hierzulande bisher nur \u201eschrullige\u201c Urlaubserinnerungen vom Bosporus.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich macht es keinen Sinn, die eher spartanischen Knirpse unver\u00e4ndert nach Europa zu bringen, so dachte sich auch Temsa, dessen deutsche Dependance sich vor allem als Spezialist f\u00fcr Klein- und Midibusse etablieren m\u00f6chte. Der gro\u00dfe Bruder MD 9 macht schlie\u00dflich einen Gro\u00dfteil der noch zaghaften deutschen Verk\u00e4ufe aus. Den in der T\u00fcrkei sehr erfolgreich als \u201ePrestij\u201c angebotenen Wagen nahm man also im Werk in Adana behutsam in die Hand, <strong>verpasste ihm das moderne Reisebuscockpit des gr\u00f6\u00dferen MD 9<\/strong> und nutze die Gelegenheit gleich mit, um der Front ein modernes Antlitz zu verleihen. Der Importeur in Bad Rappenau legt denn auch gro\u00dfen Wert darauf, dass es sich nicht etwa um einen Nachfolger des eher gl\u00fccklosen Opalin aus der ersten deutschen Temsa-Phase handelt, s<strong>ondern um ein eigenst\u00e4ndiges Konzept<\/strong>, das weitgehend an den mitteleurop\u00e4ischen Geschmack angepasst wurde. Das ist auch ganz gut gelungen, der kleine Bus besticht mit modernen Klarglasscheinwerfern. Der Einstieg durch die beiden T\u00fcren f\u00e4llt dank deren gro\u00dfer H\u00f6he sehr leicht. <strong>Auf Wunsch ist sogar ein Rollstuhllift zu bekommen<\/strong>, der wird dann vor der Hinterachse recht mit einer Zusatzt\u00fcr verbaut. Der Heckeinstieg ist sinnvollerweise Serie bei dem Mini. <br \/> K\u00fcche oder Toilette sind beim MD 7 zwar konsequenterweise Fehlanzeige, einen Reiseleitersitz gibt es auf Wunsch, wenn man auf eine Sitzreihe verzichtet (dann 31+1+1). In beiden F\u00e4llen geht es in der letzten Reihe hinter der Absperrung etwas beengt zu, eine Gangbreite von 35 bis 36 cm ist aber durchaus an Gro\u00dfbussen angelehnt. Podeste gibt es nicht, die <strong>Stehh\u00f6he ist mit 1,92 m angenehm<\/strong> zu nennen, die H\u00f6he der Fenster ist mit genau 1 m schon enorm und kann mit ausgewachsenen Reisebussen mithalten. Der Sitzkomfort der Inova Optima Sitze h\u00e4lt sich zwar in Grenzen, aber f\u00fcr die lange Reise ist der Wagen ja nicht ausgelegt.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches l\u00e4sst sich auch von Motorisierung und Fahrkomfort sagen. Der wackere Cummins-Vierzylinder mit 4,5 l Hubraum, <strong>leistet 180 PS und ganze 700 Newtonmeter<\/strong> an maximalem Drehmoment. Bei Tempo 100 liegen quirlige 2200 Touren an. Das Sechsganggetriebe von ZF bedingt zudem Drehzahlspr\u00fcnge von bis zu 500 Touren. Nicht nur die Hochtourigkeit des Maschinchens sind der Grund f\u00fcr <strong>eine deutliche Ger\u00e4uschbelastung<\/strong> im Innenraum (wir messen zwischen 70 und 80 Dezibel). Und zwar nicht nur \u00fcber der Vorderachse, wo der wackere Geselle kauert, sondern im gesamten Fahrzeug. Um den wohl durch die Karosserie vermittelten K\u00f6rperschall zu minimieren, will man in Bad Rappenau jedoch an den Motorlagern arbeiten \u2013 gute Idee!<\/p>\n<p>Vielleicht hat der ebenfalls lieferbare N-45 Motor von Fiat Power Train (FTP) mit 186 PS, der mit einer Wandlerautomatik von Allison gepaart ist, ja bessere Manieren. Er bietet 680 Nm und das regenerationsfreie HI-eSCR-System zur Abgasreinigung. <strong>Gro\u00dfe Spr\u00fcnge lassen sich mit beiden Aggregaten nicht wirklich machen,<\/strong> mit leeren Fahrzeug ging dem Bus schon an mittleren Steigungen der Autobahn erkennbar die Luft aus.<\/p>\n<p><strong>Das Fahrwerk des Zwerges wiederum hat uns positiv \u00fcberrascht<\/strong>. Daf\u00fcr, dass eine starre Frontachse (alle Achsen von Albion, die zu American Axle &amp; Manufacuring geh\u00f6ren) an robusten Blattfedern verbaut ist, die auch noch direkt mit dem Gewicht des Motors belastet ist, kann man nicht wirklich meckern. Der kleine Radstand unterst\u00fctzt zwar noch das fr\u00f6hliche Nicken des Vorderwagens, aber der Wagen wird nie so unkomfortabel, dass man ihm seine Berechtigung f\u00fcr Kurzstrecken und Wochenendtrips absprechen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Dem Fahrer kommt der Komfort des ausgewachsenen, wenn auch nicht immer perfekt verarbeiteten Reisebuscockpits zugute. Besonders \u00fcbersichtlich ist die Sicht aus dem Fahrerfenster, hier ist selbst ein veritabler Schulterblick m\u00f6glich, was bei den wenigsten Bussen der Fall ist. Die Bremse mit stehendem Pedal (Gas h\u00e4ngend) ist gut dosierbar und tut gute Dienste. <strong>Eine f\u00fcnfstufige Telma<\/strong> sorgt f\u00fcr die verschlie\u00dffreie Dauerbremse. Spurassistent f\u00fcr Klasse 3 ist ebenso an Bord wie der serienm\u00e4\u00dfige Luxus einer Fernbedienung der T\u00fcren im Schl\u00fcssel. Weiterer Luxus verbietet sich bei dem Kampfpreis nat\u00fcrlich von selbst.<\/p>\n<p>Auch wenn der mitteleurop\u00e4ische Buskunde sich an das Konzept des kleinen Busses mit robusten Zutaten doch sehr gew\u00f6hnen muss, als wendige Alternative mit viel Platz zu Sprinter und Co. hat er eine Berechtigung. Und sei es, um <strong>ein wenig Bosporus-Flair<\/strong> in den traditionellen deutschen \u00d6PNV zu bringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text und Bildquelle: Olaf Forster<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><div id=\"pgc-5252-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5252-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-image panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-image so-widget-sow-image-default-8b5b6f678277-5252\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"sow-image-container\">\n\t\t<img \n\tsrc=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/5555-512x384.jpg\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/5555-512x384.jpg 512w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/5555-200x150.jpg 200w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/5555-768x577.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" alt=\"\" \t\tclass=\"so-widget-image\"\/>\n\t<\/div>\n\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hierzulande ist das Konzept eher unbekannt, am Bosporus bildet es das R\u00fcckgrat des Nahverkehrs: Ultrakurze Rufbusse, die viel Platz und wenig Luxus bieten. 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