{"id":5742,"date":"2018-05-25T07:59:16","date_gmt":"2018-05-25T05:59:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/?p=5742"},"modified":"2018-06-08T11:06:13","modified_gmt":"2018-06-08T09:06:13","slug":"atego-12-240-lord-hd-die-robuste-alternative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/atego-12-240-lord-hd-die-robuste-alternative\/","title":{"rendered":"Atego 12.240 Lord HD \u2013 die robuste Alternative"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-5742\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-5742-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-5742-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5742-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p>Zum Produktportfolio des t\u00fcrkischen Busbauers Erduman Otomotiv geh\u00f6rt auch ein Reisewagen, den auff\u00e4llig <strong>ein \u00fcberdimensionierter Mercedes-Ster<\/strong>n auf der Bugmaske schm\u00fcckt. Bei dem so verzierten handelt es sich um einen Atego 12.240 Lord HD.<\/p>\n<p>Auf der Website von Erduman verkneift man sich tunlichst den klingenden deutschen Modellnamen und weist explizit <strong>auf die robuste Atego-Basis<\/strong> mit dem Zusatz HD hin. In Deutschland vertreibt den Wagen seit diesem Jahr <strong>Omnibusvertrieb Steinborn<\/strong> aus Erbach bei Ulm. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Uwe Steinborn hat seit 2011 bereits \u201ebeste Erfahrungen mit Erduman als Hersteller\u201c und er hat schon mit einigen spanischen und t\u00fcrkischen Aufbauern zusammengearbeitet. J\u00e4hrlich verkauft er an die 100 Klein- und Midibusse, auch viele Modelle aus Bursa. \u201eMit diesem Wagen wollen wir erstmals in eine etwas h\u00f6here Liga vorsto\u00dfen, weil wir einfach vom Konzept \u00fcberzeugt sind.\u201c<\/p>\n<p>Freilich ist das Konzept des Atego 12.240 Lord HD, wie der Wagen hierzulande semantisch aufgewertet wird, nicht ganz den hiesigen Gepflogenheiten. Er ist auf einem <strong>Verteiler-Lkw mit Frontmotorchassis<\/strong> aufgebaut. Das hat seine Vor- und Nachteile, die sattsam bekannt sind. Viele Aufbauer und H\u00e4ndler lassen lieber gleich die Finger von der robusten Lkw-Basis. Da w\u00e4re vor allem die <strong>kernige Lkw-Soundkulisse<\/strong> im vorderen Bereich, an die man sich eine ganze Weile erst gew\u00f6hnen muss. Ebenso wie an die eher ruppige Federung \u2013 immerhin ist die Luftfederung f\u00fcr die Parabolblattfederung an Starrachse Serie.<\/p>\n<p>Zwar spricht das Datenblatt von \u201ephonischer und thermischer Isolierung des Fahrgastraums\u201c, aber der Sechszylinder OM 936 tut sehr vernehmlich rechts neben dem Fahrer sein Werk. Immerhin ist der Grundrahmen des Chassis so hoch, dass <strong>die Motorabdeckung nicht herausragt<\/strong> und einfach unter dem Laufgang verschwindet. Eine Fahrert\u00fcr f\u00fcr den Einstieg in schwindelnden H\u00f6hen spart man sich ebenfalls. Die Gesamth\u00f6he von 3,65 m bei einer <strong>Stehh\u00f6he von recht guten 1,92 m<\/strong> geben dem W\u00e4gelchen denn auch gerade in Verbindung mit der selbstbewussten Frontgestaltung durchaus die Pr\u00e4senz eines \u201eGro\u00dfen\u201c.<\/p>\n<p>Kleine Nachteile des hohen Rahmens wie der durchgehende L\u00e4ngstr\u00e4ger bis zur vorderen Sto\u00dfstange werden geschickt gel\u00f6st mit einer massiven, automatisch <strong>ausfahrenden Trittstufe \u00e0 la Setra<\/strong>. Weitere Anlehnung an die Ulmer Luxusmarke ist der optische Abschwung der Fensterlinie zum Heck hin. Dieses wiederum prangt im \u201e1a-Mercedes-Look-und\u2013Feel\u201c. Nur die kleinen 19,5er-R\u00e4der lassen dann doch merklich das Konzept erahnen, das beim ebenfalls lieferbaren 8-m-Wagen noch mehr in Richtung typisch t\u00fcrkisches Dolmu\u015b abgleiten w\u00fcrde. In der 9-m-Variante stimmen die Proportionen aber besser (ebenso sind 9,46 m L\u00e4nge lieferbar).<br \/>\nInsgesamt passen <strong>30 bis 35 Fahrg\u00e4ste<\/strong> in den Wagen, der Begleiter sitzt dabei recht kommod und beh\u00e4lt den \u00dcberblick auf seinem hohen Podest. Bei einem zul\u00e4ssigen Gesamtgewicht von 12 t und einem Leergewicht von 8,5 t macht das genau <strong>100 kg Nutzlast pro Fahrgast,<\/strong> ein realistischer Wert. Bei dem immensen <strong>Heck-Kofferraum von bis zu 7,5 m<sup>3<\/sup><\/strong> stehen jedem Reisenden dabei stolze 214 l Stauraum zur Verf\u00fcgung. Das schafft kaum ein \u201eGro\u00dfer\u201c!<\/p>\n<p>Die elegant im Erduman-typischen Kantendesign geformten Gep\u00e4ckablagen sind mit 16x42 cm sehr ger\u00e4umig. Zwei Stauf\u00e4cher unterflur sind durchgehend f\u00fcr Ski-Ausfl\u00fcge und \u00c4hnliches geeignet. (Zudem ist die Fahrzeugbreite von 2,40 m ideal f\u00fcr so manches alpine Skigebiet!) Die Einstiege des kleinen \u201eGro\u00dfen\u201c sind ebenso gro\u00dfz\u00fcgig. Die optionale TM-<strong>Mitteltoilette (Aufpreis 5.000 Euro<\/strong>) ist sehr gut und ohne die \u00fcblichen Verrenkungen erreichbar. Im recht hohen Mittelgang angekommen macht sich die Breite des Fahrzeuges auch mit nur rund 34 cm Gangbreite bemerkbar. Manche ausgewachsene Reisebusse bieten aber nur unwesentlich mehr. Die mit Kunstleder bezogenen und mit gro\u00dfem Mercedes-Logo geschm\u00fcckten <strong>Sege-Sitze<\/strong> sind durchaus kommod und bieten viel Kopfseitenhalt. Die hochwertigen Servicesets d\u00fcrften dem einen oder anderen Mercedes-Kunden ebenso bekannt vorkommen.<\/p>\n<p><strong>Auch das Cockpit<\/strong> gemahnt schnell an die Reisebusse der Marke und setzt sich wohltuend von anderen Aufbauer ab. Nichts wirkt gebastelt oder improvisiert, lediglich die Sicht in den leicht vibrierenden linken Au\u00dfenspiegel sowie links an der B-S\u00e4ule vorbei k\u00f6nnte besser sein.<\/p>\n<p><strong>Das Multifunktionslenkrad<\/strong> mit Stern ist ebenso Standard wie die hochwertigen Anzeigen mit dem Mercedes-typischen \u201eStacks &amp; Cards-Men\u00fc\u201c. Ablagen sind schon im \u00dcberma\u00df vorhanden, dass man schon aufpassen muss, diese nicht \u201ezuzum\u00fcllen\u201c.<strong> Die Verarbeitung des Wagens ist gut bis sehr gut zu nennen<\/strong>: Schraubenk\u00f6pfe sind allesamt fein mit silbern gl\u00e4nzenden Kappen abgedeckt, die LED-Farbelemente an den Fensters\u00e4ulen vermitteln so etwas Luxus-Flair. <strong>LGS und Notbremser sind bereits an Bord<\/strong>. Erduman arbeitet gerade am abstandsgeregelten Tempomaten ART, der f\u00fcr die Autobahn doch segensreich w\u00e4re.<br \/>\nAlso alles bereit f\u00fcr den deutschen (Nischen-) Markt? Das d\u00fcrfte mit der rauen Basis schwierig werden. Nun sind <strong>240 PS und 1.000 Newtonmeter<\/strong> nicht von Pappe und die Paarung mit dem automatisierten Sechsgang-Powershift-Getriebe funktioniert recht passabel \u2013 aber nur so ist eine Telma lieferbar.<\/p>\n<p>Beim 12.270er Chassis ist 270 PS und nur unwesentlich mehr Drehmoment (1.100 Nm) ist (immerhin preisneutral) <strong>nur eine Motorbremse<\/strong> in Verbindung mit der Achtgang-Powershift lieferbar (ganz nebenbei ist auch die Betriebsbremse fein dosierbar). Und die Ger\u00e4uschentwicklung einer Lkw-optimierten Motorbremse ist dem deutschen Reisenden kaum zuzumuten. Die Fahreigenschaften des robusten Fahrwerks mit Luftfederung vorne sind ausreichen komfortabel, so manches Mal muss der Schwingsitz des Fahrers aber doch arg die Vertikalbewegungen kompensieren.<\/p>\n<p>Vorteilhaft ist der <strong>winzige Wendekreis von 17,3 m<\/strong>, der dem Radstand von unter 5 m geschuldet ist und ebenfalls f\u00fcr enge Bergtouren spricht. Weitere Vorteile der Lkw-Basis, an die man erst einmal nicht denkt: Mercedes gibt auf Lkw-Chassis <strong>drei Jahre und 250.000 km Garantie<\/strong>, und das theoretische Gesamtzuggewicht betr\u00e4gt stolze 28 t \u2013 wer immer es ausprobieren mag. Weit ungef\u00e4hrlicher w\u00e4re es, diesen kleinen Mercedes mit gro\u00dfem Stern einfach ohne Zuglast zu probieren. Man muss nur einige festgefahrene <strong>Vorurteile \u00fcber Bord werfen<\/strong>, und die richtigen Eins\u00e4tze f\u00fcr den Wagen finden. Dann k\u00f6nnte bei dem g\u00fcnstigen Einstiegspreis die Rechnung f\u00fcr den schicken Midi f\u00fcr Nischeneins\u00e4tze durchaus aufgehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text &amp; Bildquelle: Olaf Forster<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><div id=\"pgc-5742-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5742-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-image panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-image so-widget-sow-image-default-8b5b6f678277-5742\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"sow-image-container\">\n\t\t<img \n\tsrc=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/112-512x346.jpg\" width=\"512\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/112-512x346.jpg 512w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/112-200x135.jpg 200w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/112-768x519.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" alt=\"\" \t\tclass=\"so-widget-image\"\/>\n\t<\/div>\n\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Produktportfolio des t\u00fcrkischen Busbauers Erduman Otomotiv geh\u00f6rt auch ein Reisewagen, den auff\u00e4llig ein \u00fcberdimensionierter Mercedes-Stern auf der Bugmaske schm\u00fcckt. 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