{"id":6653,"date":"2018-10-12T06:17:48","date_gmt":"2018-10-12T04:17:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/?p=6653"},"modified":"2018-10-19T10:09:49","modified_gmt":"2018-10-19T08:09:49","slug":"alternative-synthetische-kraftstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/alternative-synthetische-kraftstoffe\/","title":{"rendered":"Alternative synthetische Kraftstoffe"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-6653\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-6653-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-6653-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-6653-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p>Eile ist geboten. Die bisher offengelegten Ma\u00dfnahmen zur Luftreinhaltung reichen der nicht aus und m\u00fcssen nachgebessert werden. Wegen schlechter Luft sterben nach Angaben der EU-Kommission in Europa rund 400.000 Menschen im Jahr vorzeitig.<\/p>\n<p>Die Elektromobilit\u00e4t als rettender Anker allein bekommt das Problem <strong>nicht schnell genug in den Griff<\/strong>. Sie kommt nur schleppend ins Rollen. Immer noch zu wenige dieser viel gelobten Fahrzeuge befinden sich auf deutschen Stra\u00dfe. Reichweiten, Ladezeiten und Anschaffungspreise sind f\u00fcr viele Betreiber wenig praxisgerecht. <strong>Ohnehin k\u00f6nnen E-Autos allein das Klima nicht retten<\/strong>. Flugzeuge, Schiffe, Baumaschinen, schwere Lkw und Fernbusse m\u00fcssen noch auf langer Sicht mit Sprit angetrieben werden. Ein Abschied vom Verbrennungsmotor scheint daher in weiter Ferne. <strong>Mit synthetischen Kraftstoffen wie die so genannten E-Fuels<\/strong> lie\u00dfen sich allerdings die Kolbenmaschine k\u00fcnftig sauber und CO<sub>2<\/sub>-neutral betreiben. Drohende Fahrverbote f\u00fcr Dieselfahrzeuge in stickoxidbelasteten Gro\u00dfst\u00e4dten w\u00e4ren mit einem Schlag vom Tisch.<\/p>\n<p><strong>E-Fuels sind gasf\u00f6rmige und fl\u00fcssige Kraftstoffe, die aus erneuerbarem Strom hergestellt werden<\/strong>. Dazu z\u00e4hlen Wasserstoff, Methan und synthetische Otto- und Dieselkraftstoffe sowie Kerosin. Per Elektrolyse wird Wasser zu Dampf erhitzt und mittels regenerativ erzeugtem Strom aus Sonne, Wind und Wasserkraft in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten.<\/p>\n<p>F\u00fcr fl\u00fcssigen Sprit braucht es noch Kohlenstoff. Der l\u00e4sst sich aus dem Klimagas von Industrieanlagen oder mittels Filter <strong>aus der Luft<\/strong> gewinnen. In weiteren Verfahren (Power-to-Gas und Power-to-Liquid) kombiniert man Wasserstoff mit dem CO<sub>2<\/sub> zu synthetische, klimaneutrale Treibstoffe wie Benzin, Diesel, Gas oder Kerosin, die sich auch herk\u00f6mmlichen Kraftstoffen beimischen lassen.<\/p>\n<p>Das Verfahren zur Herstellung von Kraftstoffe auf Strombasis ist heute bereits <strong>in einigen Pilotanlagen<\/strong> in Norwegen und Deutschland im Einsatz, im Vergleich zur konventionellen Treibstoffproduktion aber noch deutlich teurer.<\/p>\n<p>Derzeit belaufen sich die Kosten f\u00fcr E-Fuels auf bis zu <strong>4,50 Euro pro Liter Diesel\u00e4quivalent<\/strong>. Ein Markthochlauf der Produktion sowie ein geringerer Strompreis k\u00f6nnten synthetisch erzeugte Kraftstoffe deutlich g\u00fcnstiger machen und zum Durchbruch verhelfen. Bis 2050 sei bei Importen aus Regionen mit viel Sonne und Wind ein Preisniveau von 1 bis 1,40 Euro zu erwarten.<\/p>\n<p><strong>Vor allem f\u00fcr die Fahrzeugindustrie haben E-Fuels eine Menge Charme<\/strong>. Sie k\u00f6nnte n\u00e4mlich ihre aufw\u00e4ndig und kostspielig entwickelten Verbrennungsmaschinen auf lange Sicht weiterverwenden und m\u00fcssten die im Markt vorhanden Motoren nicht einmal umr\u00fcsten. Somit w\u00fcrden strombasierte Kraftstoffe sofort auf den gesamten europ\u00e4ischen Fahrzeugbestand wirken. Au\u00dferdem lassen sich synthetische Kraftstoffe so designen, dass sie praktisch ru\u00dffrei verbrennen. <strong>Das senkt die Kosten<\/strong> f\u00fcr die Abgasnachbehandlung. Dar\u00fcber hinaus besitzen E-Fuels eine hohe Energiedichte, lassen sich in gro\u00dfem Ma\u00dfstab station\u00e4r speichern und \u00fcber lange Distanzen kosteng\u00fcnstig transportieren. Das vorhandene Tankstellennetz f\u00fcr Benzin, Diesel und Erdgas l\u00e4sst sich weiterhin nutzen.<\/p>\n<p><strong>Laut einer Dena-Studie<\/strong> spielen k\u00fcnstlich hergestellte Treibstoffe in Zukunft weltweit eine dominierende Rolle. In 2050 k\u00f6nnen sie mehr als 70 % des Energiebedarfs aller Verkehrstr\u00e4ger in der EU decken. Dann betr\u00e4gt der voraussichtliche Bedarf an erneuerbarem Strom f\u00fcr den Verkehrssektor in der EU rund dem Sieben- bis Zehnfachen der aktuellen \u00d6kostromproduktion in Europa, sch\u00e4tzen Experten.<\/p>\n<p>Das technische Potenzial zur \u00d6ko-Stromproduktion f\u00fcr eine ausreichende E-Fuel-Herstellung bestehe in Europa bereits, jedoch sei ein gewaltiger Ausbau der sauberen Stromerzeugung erforderlich. Der Aufwand lohnt. Immerhin lie\u00dfen sich allein bei konsequentem Einsatz in Pkw <strong>2,8 Gigatonnen CO<sub>2<\/sub> bis 2050 einsparen<\/strong>. Das entspricht der dreifachen Menge des Kohlendioxid-Aussto\u00dfes von Deutschland im Jahr 2016. Anders als bei Biokraftstoffen der ersten Generation spielt bei synthetischen Kraftstoffen die Tank-oder-Teller-Abw\u00e4gung keine Rolle. Mit erneuerbarem Strom lassen sich E-Fuels ohne Mengenbegrenzung durch fehlende Anbaufl\u00e4chen wie bei den Biokraftstoffen herstellen.<\/p>\n<p><strong>Ein St\u00fcck weiter ist der Mineral\u00f6lkonzern Shell<\/strong> mit seinem GTL-Kraftstoff (Gas-zu-Fl\u00fcssigkeiten). Shell GTL Fuel ist Dieselkraftstoff aus Erdgas. Er weist \u00e4hnliche physikalische Eigenschaften wie Diesel aus Roh\u00f6l auf, ist aber aufgrund der h\u00f6heren Cetanzahl z\u00fcndwilliger, verbrennt gleichm\u00e4\u00dfiger und flockt bei tiefen Temperaturen nicht so schnell aus. Mit ihm lassen sich bei der Verbrennung im Motor lokale Emissionen wie Feinstaub, Stickoxid, Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxid stark verringern. <strong>Nur in puncto CO<sub>2<\/sub>-Belastung halten sich Mineral\u00f6ldiesel und GTL-Treibstoff in etwa die Waage.<\/strong> Erdgasdiesel ist bereits in Flotten in Deutschland und den Niederlanden im Einsatz.<\/p>\n<p>Die Gas-to-Liquids-Technologie verwandelt Erdgas im so genannten Fischer-Tropsch-Verfahren in fl\u00fcssigen Kraftstoff. In der ersten Stufe wird durch partielle Oxidation aus Erdgas ein Synthesegas ohne Verunreinigungen. Stufe Zwei verwandelt das Synthesegas aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid mittels eines Katalysators in fl\u00fcssige Kohlenwasserstoffe. In diesem Stadium bildet sich bei Raumtemperatur eine wachs\u00e4hnliche Fl\u00fcssigkeit. Die letzte Stufe ist das Cracken und die Isomerisierung. Sie bastelt aus den Molek\u00fclketten Produkte mit den jeweils gew\u00fcnschten Eigenschaften wie Diesel, Kerosin oder Schmier\u00f6l. <strong>Der Erdgasdiesel ist ein farbloser Treibstoff<\/strong> mit keinem bis sehr geringerem Schwefel- und Aromatenanteil. Daher ist er im Gegensatz zum klassischen Diesel weitgehend geruchslos.<\/p>\n<p>Paraffinische Kraftstoffe wie das Shell GTL Fuel basieren zwar auf Erdgas, k\u00f6nnen aber alternativ auch aus vergaster Kohle (CTL) oder Biomasse (BTL) in einem \u00e4hnlichen Prozess gewonnen werden. Der so designte Treibstoff eignet sich <strong>ohne jegliche Umr\u00fcstung f\u00fcr jeden Dieselmotor<\/strong> und f\u00fcr jede herk\u00f6mmliche Zapfs\u00e4ule. Die Infrastruktur muss also nicht angepasst werden. Au\u00dferdem l\u00e4sst sich GTL-Fuel und Mineral\u00f6ldiesel in jedem beliebigen Verh\u00e4ltnis mischen.<\/p>\n<p>Dennoch sieht Shell sein GTL-Treibstoff nicht als Allheilmittel, sondern als einen Baustein von verschiedenen Kraftstoffen und Antriebstechnologien f\u00fcr den \u00dcbergang zur 100-prozentig umweltfreundlichen Technik im Verkehrssektor. <strong>Theoretisch k\u00f6nnte Shell rund 10 % des deutschen Dieselbedarfs mit GTL Fuel ersetzen<\/strong>. Die Mehrkosten pro Liter f\u00fcr das GLT seien kaum nennenswert und l\u00e4gen nur im einstelligen Cent-Bereich. Daf\u00fcr k\u00f6nne GTL in Innenst\u00e4dten schnell einen sp\u00fcrbaren Effekt ausl\u00f6sen, die Feinstaub- und Stickoxidbelastung senken und f\u00fcr Verkehrsbetriebe eine Alternative darstellen, bis ihre Dieselbusflotte gegen Elektrobusse ausgetauscht ist. Das d\u00fcrfte aber noch ein paar Jahrzehnte dauern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: Frank Hausmann<\/p>\n<p>Bildquelle: Bosch<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><div id=\"pgc-6653-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-6653-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-image panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-image so-widget-sow-image-default-8b5b6f678277-6653\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"sow-image-container\">\n\t\t<img \n\tsrc=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Bosch-eFuels_6000x6000px_rgb_300dpi_20171009-512x512.jpg\" width=\"512\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Bosch-eFuels_6000x6000px_rgb_300dpi_20171009-512x512.jpg 512w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Bosch-eFuels_6000x6000px_rgb_300dpi_20171009-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Bosch-eFuels_6000x6000px_rgb_300dpi_20171009-200x200.jpg 200w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Bosch-eFuels_6000x6000px_rgb_300dpi_20171009-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Bosch-eFuels_6000x6000px_rgb_300dpi_20171009-100x100.jpg 100w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" title=\"Bosch eFuels_6000x6000px_rgb_300dpi_20171009\" alt=\"\" \t\tclass=\"so-widget-image\"\/>\n\t<\/div>\n\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eile ist geboten. 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