{"id":7696,"date":"2019-02-08T06:17:31","date_gmt":"2019-02-08T05:17:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/?p=7696"},"modified":"2019-02-13T10:55:26","modified_gmt":"2019-02-13T09:55:26","slug":"mb-ecitaro-ausfahrt-auf-leisen-sohlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/mb-ecitaro-ausfahrt-auf-leisen-sohlen\/","title":{"rendered":"MB eCitaro: Ausfahrt auf leisen Sohlen"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-7696\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-7696-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-7696-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-7696-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p>Was haben sich die Mercedes-Verantwortlichen in den letzten Jahren nicht alles anh\u00f6ren m\u00fcssen auf einschl\u00e4gigen Konferenzen und Veranstaltungen in Bezug auf die Elektromobilit\u00e4t:\u00a0\u201e<strong>zu sp\u00e4t\u201c, zu wenig Engagement\u201c, gar \u201ezu wenig guter Willen\u201c!<\/strong>\u00a0\u201eTrotzdem wurden bisher keine gro\u00dfen St\u00fcckzahlen Ebuscos, Solaris oder Volvos in Deutschland gekauft. Viele Betreiber warteten dann doch lieber brav auf den Marktf\u00fchrer, dessen Produkt nach eigener Aussage so sp\u00e4t kommt, weil es schlichtweg das Beste (oder Nichts) werden soll. Und wirklich ist beim eCitaro vieles grundlegend anders als bei anderen E-Bussen, und erst recht als beim eigenen fossilen Vorg\u00e4nger.<\/p>\n<p>Aber keine Angst, vieles bleibt doch beim Alten auch beim neuen, ersten rein elektrischen Mercedes-Benz eCitaro, dessen Diesel-, Hybrid- und CNG-Vorg\u00e4nger der <strong>meistverkaufte Stadtbus Europas<\/strong> ist. So ist das grunds\u00e4tzliche Layout von Karosserie und Fahrerarbeitsplatz weitgehend unver\u00e4ndert, auch der Komponenten- oder Batterieturm bleibt vorerst erhalten, da er f\u00fcr die Unterbringung von Batterien unerl\u00e4sslich ist. Angesichts der bisher eher hom\u00f6opathischen Verkaufszahlen der bisherigen \u201eFirst Mover\u201c stehen die Chancen gut, dass auch der j\u00fcngste, \u201elokal emissionsfreie\u201c Spross der Stadtbusfamilie aus Mannheim <strong>schnell in gro\u00dfen St\u00fcckzahlen auf die Stra\u00dfe kommen wird<\/strong>. Angesichts der politischen Zw\u00e4nge und der noch sp\u00e4teren Lieferf\u00e4higkeit von einigen Wettbewerbern werden Daimler derzeit die schon gebauten Elektrobusse beinahe aus den H\u00e4nden gerissen \u2013 da zeigt sich, wie gut das Konzept ist, flexibel auf den gleichen Montageb\u00e4ndern am Neckar zu fertigen.<br \/>\n<strong>Und die Flotte w\u00e4chst stetig:<\/strong> Hamburg hat noch 2018 vor dem Jahreswechsel einen fliegenden Start hingelegt, Mannheim und Heidelberg folgten Anfang 2019 auf den Fu\u00df, und auch die Hauptstadt Berlin wird mit seinen zehn bestellten gelben Bussen nicht mehr allzu lange warten m\u00fcssen. H\u00f6chste Zeit also f\u00fcr die erste Ausfahrt im hei\u00dfest erwarteten Stadtbus Europas.<\/p>\n<p>War der teilautonome \u201eFuture Bus\u201c, der 2016 in Amsterdam vorgef\u00fchrt wurde, noch ein reines Showcar auf Dieselbasis, bei dem gerade im Innenraum nichts so bleiben durfte wie bekannt, so gibt sich der eCitaro innerlich weitgehend brav - bis auf die neue Innendecke mit neuen Leuchtmodulen. Der Solowagen ist als zwei oder Dreit\u00fcrer lieferbar. <strong>Der Gelenkbus folgt fr\u00fchestens 2020<\/strong>, gleichzeitig mit der M\u00fcnchener Konkurrenz und vielleicht sind dann auch Volvo und Scania soweit mit ihren langen Bussen.<\/p>\n<p>Anders als MAN will Daimler mittelfristig aber auch Busse mit kleinerer Batterie und Pantografenladung anbieten, derzeit sind die Protokolle f\u00fcr diesen Ladestandard aber noch nicht final verabschiedet. Die Nachteile der geringeren Ladeeffizienz und Reichweite bei Schnellladung d\u00fcrfte diese Variante, die die deutschen Hersteller derzeit noch scheuen wie der Teufel das Weihwasser, durch h\u00f6here Nutzlast dank kleineren Batteriepakets ausgleichen. Immerhin wiegt der Mannheimer Elektrobus <strong>mit 13,7 t rund 2 t mehr als ein Diesel- oder Erdgaskollege<\/strong>. Das reicht je nach Berechnungsweise noch f\u00fcr eine Kapazit\u00e4t von 70 bis 86 Passagieren, also mindestens zehn weniger als im fossilen Citaro.<\/p>\n<p>Die ebenfalls f\u00fcr 2020 angek\u00fcndigten Feststoffbatterien sollen nochmals schwerer werden \u2013 daf\u00fcr sind sie hitzeunempfindlicher und haben eine deutlich l\u00e4ngere Lebensdauer. Die \u201esystemrelevante\u201c \u00ad\u2013 sprich praxisgerechte \u2013 Reichweite des mit der ersten Akasol-Generation Lithium-Ionen-Batterien mit NMC-Chemie aus hessischer Produktion (diese verwendet auch Volvo) wird von Daimler <strong>mit 150 km<\/strong> angegeben, unter extremen klimatischen Bedingungen auch mal 110 km. Daf\u00fcr sind es unter optimalen Bedingungen bis zu 250 km. So manchem Kunden reicht das freilich nicht, typische Uml\u00e4ufe bewegen sich eher im Bereich von 300 km. Einige Betreiber haben daher ihren Wunsch nach 12 statt der bisher angebotenen 10 Batteriemodule (sechs immer im Heck) platziert.<\/p>\n<p>Und wenn sich gro\u00dfe Kunden mit berechtigten Sonderw\u00fcnschen zu Wort melden, dauert es meist nicht lange, bis sich die Hersteller in ihre Richtung bewegen. Dieser Wunsch w\u00fcrde die Batteriekapazit\u00e4t zwar auf rund 290 kWh pushen und die <strong>200 km<\/strong> systemrelevante Reichweite k\u00e4men in Sicht, allerdings k\u00e4me auch nochmal mehr Gewicht ins Auto. MAN geht hier einen gr\u00f6\u00dferen Schritt und will sofort eine Riesenbatterie mit 480 (Solo) bzw. 640 kWh (Gelenkbus) auf die Stra\u00dfe schicken. Man darf auf das Ergebnis auf der Waage gespannt sein.<\/p>\n<p>Daimler w\u00e4re aber nicht Daimler, wenn man dieses Thema Gewicht nicht ausreichend von der technischen Seite her bedacht h\u00e4tte. Und das von mehreren Seiten: So kommt im eCitaro als einzigem Vertreter der Niederflur-Busflotte die<strong> neue 8-t-Vorderachse von ZF<\/strong> zum Einsatz. Mit dieser Achse und tragf\u00e4higeren <strong>Reifen der Dimension 315\/60<\/strong> ist das zus\u00e4tzliche Gewicht kein Thema: Bei Bedarf k\u00f6nnen die Batteriemodule auf dem Dach (im \u201eKomponententurm\u201c sind es serienm\u00e4\u00dfig immer sechs Mudule \u00e0 25 kWh Energie) nochmal \u201egetrimmt\u201c, also nach Bedarf verschoben werden, um die optimale Gewichtsverteilung zu erreichen. Und wie alle Mercedes-Stadtbusse mit erh\u00f6htem Schwerpunkt Dachlast (H<sub>2<\/sub>, CNG) l\u00e4sst sich auch dieser Bus mit der elektrohydraulischen CDC-D\u00e4mpfung von ZF ausstatten, die das Fahrverhalten sehr positiv beeinflussen. Wenn auch das Gewicht des Fahrzeuges durchaus merklich ist, so ist der gef\u00fchlte Fahrkomfort deutlich gesteigert gegen\u00fcber den bisherigen Fahrwerken. Daimler sollte f\u00fcr alle seine Busse die bisherige Zur\u00fcckhaltung bei dem Thema aufgeben!<\/p>\n<p>Womit wir hinter dem Multifunktions-Lenkrad Platz genommen h\u00e4tten.<strong> Am Arbeitsplatz hat sich grundlegend nicht viel ge\u00e4ndert.<\/strong> Die Fahrer m\u00fcssen sich also nicht weiter umstellen. Neu sind lediglich zwei Anzeigen: das Powermeter zur Anzeige des Energiefllusses aus und in die Batterie rechts im analogen Display (warum eigentlich noch nicht volldigital wie von Conti bereits geliefert?) und darunter die SOC-Anzeige, der \u201eState of Charge\u201c.<\/p>\n<p>Der zeigt die Batterief\u00fcllung im Bereich der genutzten 20 - 80 % Ladehub, die die volle Nutzbarkeit der Batterie \u00fcber die Lebensdauer sicherstellt. (Daimler spricht von rund acht Jahren.)<\/p>\n<p><strong>Der Fahrer muss aber nicht mitrechnen<\/strong>, er sieht immer die relevante F\u00fcllung, ohne gleich stehenzubleiben, wenn sich die analoge Nadel der Null n\u00e4hert \u2013 die Urangst jedes deutschen Elektrofahrers. Allerdings gesellt sich auch die Urfreude des Elektrofahrers dazu: die am vollen Drehmoment von der ersten Umdrehung der Kupferwindungen an. Und das ist mit <strong>11000 Nm an jedem Radsatz<\/strong> (485 Nm am Ausgang des radnahen Asynchronmotors direkt hinter der Scheibenbremse) durchaus \u00fcppig bemessen. Zwar regelt Daimler den dynamischen Vortrieb sanft auf ein fahrgastfreundliches Ma\u00df ein. Aber der Nachdruck, den die beiden surrenden Motoren an der Portalantrieben der ZF AxTrax-Achse vorlegen, ist einfach atemberaubend zu nennen \u2013 <strong>ein Hauch von Tesla im Stadtbus.<\/strong><\/p>\n<p>Zu diesem neuen Fahrgef\u00fchl geh\u00f6rt auch eine geh\u00f6rige Portion Segeln auf dem Asphaltozean, denn das wird ungehindert m\u00f6glich, wenn der Fahrer den Rekuperationshebel unangetastet l\u00e4sst und die Voreinstellungen passen. Die sind recht flexibel und lassen es zu, fast mit <strong>\u201eOne-Pedal-Feeling\u201c<\/strong> - also ausschlie\u00dflich mit dem Fahrpedal zu chauffieren. Nach dem vehementen Beschleunigen ist es der Effizienz sehr zutr\u00e4glich, wenn das Segeln als nat\u00fcrlich Gegenbewegung den Wagen ohne Energiebedarf sanft rollen l\u00e4sst, das ist unter Umst\u00e4nden effizienter, als die Energie immer zwanghaft in die Batterie zu pressen mit allen damit verbundenen Wandlungsverlusten. Diese f\u00fchlbare Sanftheit darf man auch der neuen, elektrohydraulischen <strong>\u201eEco-Steering\u201c<\/strong> bescheinigen, die kein bisschen synthetisch, sondern eher verbindlich wirkt. Typisch Mercedes eben!<br \/>\nBleibt noch die<strong> neue Ger\u00e4uschkulisse an Bord<\/strong> zu erkunden, die zwar nicht v\u00f6llig verschwunden ist, wie gerne f\u00e4lschlich behauptet, aber trotzdem v\u00f6llig ver\u00e4ndert daherkommt: statt tieffrequenten, markersch\u00fctternden Grummelns breites sich ein feines, hochfrequentes Surren im Innenraum aus. Vor allem von den E-Motoren in den Radk\u00e4sten aber auch von diversen Wechselrichtern und anderen Komponenten wie der neuen W\u00e4rmepumpe, die durch das generell geringere Ger\u00e4uschniveau deutlicher hervortreten. Andreas Dingler, Versuchsleiter bei Daimler Buses in Neu-Ulm, betont daher auch, \u201edass es beim Elektrobus noch mehr als fr\u00fcher auf die Psychoakustik ankommt, die man nicht immer mit dem Messger\u00e4t objektiv erfassen kann.\u201c Auf jeden Fall ist der erste vorgestellte <strong>Testwagen nochmals deutlich leiser als bisherige Prototypen<\/strong>, die noch eher wie eine Stra\u00dfenbahn klangen. Also d\u00fcrfen auch die Fahrg\u00e4ste den Aufenthalt im neuesten Stadtbus von Mercedes genie\u00dfen, mit dem guten Gewissen, lokal emissionsfrei unterwegs zu sein. Und auch die Mercedes-Verantwortlichen d\u00fcrfen sich wieder etwas entspannter zur\u00fccklehnen: Der Einstieg in den Umstieg ist endlich gelungen. Mit Bravour!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text und Bildquelle: Olaf Forster<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><div id=\"pgc-7696-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-7696-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-image panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-image so-widget-sow-image-default-8b5b6f678277-7696\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"sow-image-container\">\n\t\t<img \n\tsrc=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/111111-512x341.jpg\" width=\"512\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/111111-512x341.jpg 512w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/111111-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/111111-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/111111-272x182.jpg 272w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" alt=\"\" \t\tclass=\"so-widget-image\"\/>\n\t<\/div>\n\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was haben sich die Mercedes-Verantwortlichen in den letzten Jahren nicht alles anh\u00f6ren m\u00fcssen auf einschl\u00e4gigen Konferenzen und Veranstaltungen in Bezug auf die Elektromobilit\u00e4t:\u00a0\u201ezu sp\u00e4t\u201c, zu wenig Engagement\u201c, gar \u201ezu wenig guter Willen\u201c!\u00a0\u201eTrotzdem wurden bisher keine gro\u00dfen St\u00fcckzahlen Ebuscos, Solaris oder Volvos in Deutschland gekauft. 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