{"id":9548,"date":"2019-09-04T06:04:37","date_gmt":"2019-09-04T04:04:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/?p=9548"},"modified":"2019-09-06T10:33:51","modified_gmt":"2019-09-06T08:33:51","slug":"solaris-das-beste-aus-verschiedenen-welten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/solaris-das-beste-aus-verschiedenen-welten\/","title":{"rendered":"Solaris: Das Beste aus verschiedenen Welten"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-9548\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-9548-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-9548-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-9548-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p>W\u00e4hrend sich viele Hersteller schwer damit tun, ein oder zwei alternative Antriebe mit elektromobilen Anteilen auf die R\u00e4der zu stellen, bietet Solaris neben den weiter laufenden seriellen <strong>Hybriden auch Elektrobusse, Trolleybusse und Brennstoffzellenbusse oder Kombinationen<\/strong> aus diesen Konzepten. Im polnischen Gdynia (Gdingen) unweit von Danzig wird eine ganze Menge dieser neuen Technologien schon erprobt.<\/p>\n<p>Der Stadtbusbereich wandelt sich derzeit in schnellem Tempo \u2013 neue Dieselbusse werden nach und nach immer seltener, und wenn dann besitzen Sie wenigstens einen milden Hybridantrieb. Sch\u00e4tzungen der Fachleute von Solaris zufolge wird der Anteil der emissionsfreien Busse an der Anzahl der neu zugelassenen Fahrzeuge f\u00fcr die Innenst\u00e4dte in den n\u00e4chsten zehn Jahren nahezu 60 % erreichen, die Wettbewerber gehen von \u00e4hnlichen oder gar h\u00f6heren Werten aus. W\u00e4hrend <strong>umweltschonende E- und O-Busse<\/strong> f\u00fcr den polnischen Hersteller fast schon zum Produktionsalltag geh\u00f6ren, erg\u00e4nzt Solaris seine Produktpalette um die Wasserstoff-Technologie, in der es eine weitere S\u00e4ule der Elektromobilit\u00e4t sieht.<\/p>\n<p><strong>Erste Busse mit der neuesten Brennstoffzelle<\/strong> von Marktf\u00fchrer Ballard wurden auf dem UITP Kongress in Stockholm gerade gezeigt und auch schon nach Norditalien verkauft. Auffallend ist jedoch, dass die verschiedenen Konzepte immer mehr zusammenflie\u00dfen, und auch das h\u00e4ufig an die Vergangenheit gemahnende Thema Oberleitungsbusse (oder Trolleybusse) erf\u00e4hrt bei Solaris zwar keine Renaissance (die Technik hat man immerhin konsequent seit 2001 weitergef\u00fchrt) aber eine deutliche technologische Evolution.<\/p>\n<p>Die K\u00fcstenstadt Gdynia war schon damals Vorreiter in Sachen Trolleybusse, und das soll auch noch eine Weile so bleiben. \u201eJeder Kunde ist nat\u00fcrlich wichtig, aber diejenigen, die nach besonders innovativen L\u00f6sungen verlangen sind auch f\u00fcr uns ein besonderer Ansporn. Wir gewinnen Marktanteile u. a. auch dadurch, dass wir uns diesen schwierigen Anforderungen stellen. Komplexe Auftr\u00e4ge auszuliefern ist sehr herausfordernd f\u00fcr uns, weil nur so weiter Innovationsf\u00fchrer sein k\u00f6nnen,\u201c so erkl\u00e4rt Javier Calleja, der neue CEO aus Spanien, die besondere Bedeutung der Stadt mit drei verschiedenen Verkehrsunternehmen, die sich jeweils auf eine Antriebsart (Diesel, CNG und Trolley) spezialisiert haben.<\/p>\n<p><strong>Solaris geh\u00f6rt seit Herbst 2018 zu spanischen CAF<\/strong> (Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles).<br \/>\n\u201eIn Gdynia haben wir jeweils sehr anspruchsvolle Technologien erstmals an diesen Kunden geliefert, alle in Verbindung mit Trolleybussen, zum Beispiel die neuen sechs Super-Trolleys, die eine Kombination aus dieser und der Batterietechnik darstellen. Mit unserem Anspruch an Performance und Zuverl\u00e4ssigkeit k\u00f6nnen wir uns aber keine Praxisversuche mit einem hohen Ausfallrisiko leisten.\u201c<\/p>\n<p><strong>Seit 2001 baut Solaris Trolley- oder Oberleitungsbusse<\/strong>, die bis in die 60er Jahre in ganz Europa gang und g\u00e4be waren und es in vielen osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern wie Rum\u00e4nien noch heute sind. In Deutschland sind sie noch in Eberswalde, Esslingen und Solingen unterwegs.<\/p>\n<p>Ironischererweise bekommen die vereinzelten Tests mit Oberleitungs-Lkw an der hessischen A5 mit Scania deutlich mehr Aufmerksamkeit als die bew\u00e4hrten Trolleybusse. Der erste Trollino, also die elektrifizierte Stangenvariante des Urbino, wurde damals an die Stadt Gdynia an der Ostsee unweit von Danzig geliefert \u2013 und er ist heute noch im Einsatz. Keine Seltenheit, immerhin sind die extrem aufw\u00e4ndig doppelt isolierten und relativ teuren Fahrzeuge auf eine <strong>Lebensdauer von rund 20 Jahren ausgelegt<\/strong> \u2013 was allerdingt den Preis auch in die H\u00f6he treibt. Gdynia hat seine Flotte von Trolleybussen vor allem mit der finanziellen Hilfe der Europ\u00e4ischen Union von rund 20 Mio. Euro seit 2005 auf heute 103 Busse aufgestockt und sogar neue Linien in Betrieb genommen. Auch solche, die nicht durchgehend \u00fcber einen Fahrdraht verf\u00fcgen. Jetzt erh\u00e4lt PKT, einer der drei Betreiber in der 250.000-Einwohner-Stadt, der sich der Elektromobilit\u00e4t verschrieben hat und rund 30 % der Verkehrsleistungen zur Verf\u00fcgung stellt, weitere 14 Solo- und 16 Gelenkbusse des Typs Trollino. <strong>Erstmals zeigte Solaris hier in der Stadt auch den 24 m langen Trollino als Doppelgelenkbus<\/strong>, der schon seit langem angek\u00fcndigt war, aber unter Ex-CEO Andreas Strecker erstmal in der Schublade verschwand. Dieses beeindruckende Fahrzeug kann bis zu 200 Personen aufnehmen, verf\u00fcgt \u00fcber eine 58 kWh gro\u00dfe Batterie, die w\u00e4hrend der Fahrt geladen wird. Solaris Technik-Chef Michalak sieht in dem Wagen sogar \u201eeine Komplettl\u00f6sung f\u00fcr Mobilit\u00e4tssysteme\u201c, analog des Van Hool ExquiCity, den es mit diversen Antrieben zu kaufen gibt.<\/p>\n<p>Von den 250 km des Streckennetzes sind heute bereits 90 km elektrifiziert. Es gibt also durchaus noch einige Strecken, die diese Busse ohne ihre charakteristischen Stromabnehmer zur\u00fccklegen m\u00fcssen. Dazu hat ihnen Solaris <strong>kleine Pufferbatterien mit auf den Weg gegeben<\/strong>, wie bereits viele andere Busse der Flotte in verschiedenen Konfigurationen verbaut haben. Man ist Elektrovorreiter und zeigt das auch stolz.<\/p>\n<p>Die neuen Busse k\u00f6nnen mit den <strong>NMC-Batterien mit 58 kWh<\/strong> (Solobus) und 87 kWh (Gelenkbusse) bis zu 30 km ohne ihre metallische Nabelschnur zur\u00fccklegen. Die Batterien werden w\u00e4hrend der Fahrt unter dem Fahrdraht wieder geladen, sogenanntes \u201eIn Motion Charging\u201c, das auch von Iveco als Hersteller und Skoda und Kiepe als Zulieferer vorangetrieben wird. Auf die Spitze getrieben wird dieses interessante Konzept bei den sechs bald zus\u00e4tzlich an Gdynia gelieferten \u201eSuper Trolleys\u201c, die ebenfalls 87 kWh LTO-Batterien an Bord haben und damit noch l\u00e4nger als <strong>30 km ohne Stromabnehmer fahren k\u00f6nnen<\/strong>. Der Clou: Das Konzept basiert zu gro\u00dfen Teilen auf dem standardisierten Elektrobusbaukasten inkl. der ZF AxTrax AVE Achse, die im Trolleybus bisher bauartbedingt nicht verwendbar war. Nur ein Wechselstrominverter und die Stromabnehmer stammen aus dem Trolleybusbaukasten, der aufwendig isoliert werden muss, und so auch nicht als normaler Bus homologiert werden kann. Diese Spezialit\u00e4t der Trolleybusse wird durch eine strikte \u201egalvanische Trennung\u201c im Wechselrichter realisiert. Durch diese Technologie, die auch die BVG in einer Studie f\u00fcr Spandau untersucht hat, k\u00f6nnte der neue Trolleybus, den PKT bereits \u201edynamic e-bus\u201c getauft hat, \u201e<strong>deutlich billiger und einfacher zu handhaben werden<\/strong>\u201c, so Techniker Michal Pikula von Solaris. Auch BVG Buschef Torsten Mareck kommt schnell ins Schw\u00e4rmen, wenn es um diese neue Technologie geht, die den Trolleybus vereinfacht und greifbarer macht. Ob sie denn in Berlin tats\u00e4chlich zum Zuge kommen wird, steht aber wie so vieles in der Hauptstadt eher in den Sternen.<\/p>\n<p>Als besonderes Highlight bietet Solaris f\u00fcr seine reinen Elektrobusse die neue <strong>CO<sub>2<\/sub>-W\u00e4rmepumpe Konvekta UL500 mit Energy Collect<\/strong>, einem hochentwickelten System, das sogar die Abw\u00e4rme der Brennstoffzelle noch in Energie umwandelt und so die Gesamteffizienz weiter steigert und auch die Reichweite im Falle des neuen Wasserstoffbusses auf rund 350 km erweitert. Ein Wert der gemeinhin als praxisgerecht f\u00fcr einen Tagesumlauf gilt. Derartige Rechnereien haben die Trolleybusse von Gdynia kaum n\u00f6tig. Dank ihrer Nabelschnur sind sie am liebsten pausenlos auf den Stra\u00dfen unterwegs.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: Olaf Forster<\/p>\n<p>Bildquelle: Michal Dobras<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><div id=\"pgc-9548-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-9548-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-image panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-image so-widget-sow-image-default-8b5b6f678277-9548\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"sow-image-container\">\n\t\t<img \n\tsrc=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Fot.-Michal-Dobras-5-512x339.jpg\" width=\"512\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Fot.-Michal-Dobras-5-512x339.jpg 512w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Fot.-Michal-Dobras-5-200x132.jpg 200w, https:\/\/www.bustreff.de\/busmagazin\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Fot.-Michal-Dobras-5-768x509.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" title=\"Fot. 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