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Egapark Erfurt: Im Reich der Sonnenflüchter, Schattenmacher und Schatzgräber

Datum: Quelle: Newsletter Top-Thema

Es war ein Highlight der im Oktober zu Ende gegangenen Bundesgartenschau. Und es bleibt ein dauerhaftes Highlight im Egapark in Erfurt. Im 2021 eröffneten Wüsten- und Urwaldhaus Danakil fanden Pflanzen und Tiere im Egapark einen neuen Platz, zudem kamen neue, spannende Vertreter aus Fauna und Flora hinzu. Was sie alle eint, ist die Suche nach dem Wasser. Da dürfen sich die Egapark-Besucher auf dem barrierefreien Rundgang im Danakil gerne einreihen . . .

Wüste und Urwald – da Dürre, dort sattes Grün, also zwei gegensätzliche Welten. Was sie verbindet ist das Wasser bzw. der Umgang mit diesem Element. Die Suche nach dem Wasser ist spannend, für Tiere und Pflanzen, die der sengenden Sonne ausgesetzt sind ebenso wie für die Danakil-Besucher, die mehr über Strategien und Überlebenstechniken der Wüstenbewohner wissen wollen. Dafür müssen sie nicht ins äthiopische Original reisen, sondern den Rundweg auf den Spuren des Wassers im Egapark beschreiten. Bereits im Eingangsbereich lernen die Gäste auf einer Erdkugel kennen, wie ungleich die Grundlage allen Lebens auf der Erde verteilt ist. Anschließend gehen die Besucher auf Entdeckungstour.

Das ist wörtlich zu nehmen, denn als erstes begegnet man den Sonnenflüchtern. Also Pflanzen wie z.B. Fenestraria, die direkt unter der Erde wachsen und Tieren wie Käfer oder Nagetiere, die bei entsprechenden Temperaturen im Sand „abtauchen“. Erdmännchen oder Wüstenameisen demonstrieren zudem, wie man im Verbund der brennenden Hitze trotzt.

Die Schattenmacher zeichnen sich dadurch aus, dass sich eine Hälfte des Körpers stets im Schatten befindet. Das lässt sich u.a. mit Hilfe von Blättern, Dornen, Warzen, Rippen oder Lamellen erzielen. Tiefer in die Materie dringen die Schatzgräber ein. Mittels eines Wurzel- oder Tunnelsystems oder eines oberflächennahes Wurzelapparates sind diese Pflanzen auf Wassersuche. In der sich anschließenden Oase lernen die Besucher die Nässenutzer kennen und können eine Pause einlegen. Von hier kommen auch die Wärmeregulierer und Taufänger, die eine natürliche Klimaanlage „anzapfen“ oder von der Kondensation des Wassers beim Wechsel von Tag zur Nacht leben, ins Blickfeld.

Mit den Verdunstungsgegnern, die eine den Klimabedingungen angepasste Atmung oder eine wasserundurchlässige Wachsschicht nutzen, und den Regenspeichern wie Fettschwanzmaus oder Tannenzapfenechse sind weitere Überlebenskünstler im Wüstenhaus zu sehen. Die im Original auch als Danakil-Senke bezeichnet Region gilt übrigens als heißester Ort der Welt.

Gut, dass man als Gast im Egapark jetzt den Übergang vom Wüstenhaus zum Urwald erreicht hat und über die Trockenschläfer aufgeklärt wird. Diese leben scheinbar vor sich dösend, bis der einsetzende Regen sie aus dem Dornröschenschlaf holt.

Wo man eben noch nach Wasser gelechzt hat, herrscht nun Feuchtigkeit im Überfluss. Der Wechsel der Klimazonen wird sofort spürbar, denn der Überfluss an Wasser sorgt für Wohnen auf mehreren Etagen und ein ständiges Streben nach oben, ans Licht. Hier bilden Pflanzen und Tiere mitunter außergewöhnliche Gemeinschaften. So züchten Blattschneideameisen seit 50 Mio. Jahre Pilze, um ihr Überleben sicher zu stellen. Da die Insekten die Faserstoffe der Pflanzen im Gegensatz zu Pilzen nicht verdauen können, füttern sie die Pilze, um sich dann wiederum von diesen zu ernähren.

Das Urwaldhaus dient auch den Schmetterlingen im Egapark als neue und größere Heimat. Auch die Gipfelstürmer, Flutenverteiler und Schichtarbeiter – allesamt nach ihren Strategien benannte, florale Bewohner des Urwaldes – sind hier im feuchteren Teil des Danakil-Hauses zu beobachten.
Bei einsetzender Dunkelheit gehen die Hüter des Regenwaldes, die bisher für die Besucher unsichtbar waren, auf Tour. Fledermäuse auf Beutezug sorgen für den Fortbestand der grünen Hölle, denn die Samen der von ihnen vertilgten Früchte fallen auf den Waldboden und keimen dort.

Um die Unterschiede, aber auch die Zusammenhänge beider Klimazonen besser verstehen zu können, setzt der Egapark auch auf moderne Technik, indem die Besucher Landschaftsscanner und Bodenschnitte mit Erklärungen nutzen können. Zudem unterstützt eine eigens entwickelte App die Gäste während des Rundweges auf der Such nach dem Wasser.

Text: Ralf Theisen

Bild: Die Erdmännchen sind die Sympathieträger im Wüstenhaus

Bildquelle: pixabay/Bernhard Eickmann




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