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VDV: Der Bus muss in die Bresche springen

Datum: Quelle: Newsletter Top-Thema

Der Verkehrssektor muss seinen Beitrag leisten, damit Deutschland die Klimaziele erfüllt, zu denen sich die Bundesregierung international verpflichtet hat. Zu den Maßnahmen, um im Verkehrsbereich die Emissionen zu senken, gehört auch der massive Ausbau des Öffentlichen Personenverkehrs, sowohl der Schiene, wie auch der Straße. Bis 2030 sollen die Fahrgastzahlen im ÖPNV um 30 % steigen, so das Ziel der Branche. Dass aber gerade der ÖPNV in den Ballungszentren an seine Kapazitätsgrenzen stößt, machen die Zahlen deutlich, die Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) Ende Januar vorgelegt hat.

Demnach sind die Fahrgastzahlen im ÖPNV zwar 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 % gestiegen. Dies bedeutet aber die geringste Steigerung der letzten zehn Jahre, sagte Ingo Wortmann, der Präsident des VDV in Berlin. Insgesamt nutzten im vergangenen Jahr rund 10,4 Mrd. Fahrgäste nach VDV-Hochrechnungen die Busse und Bahnen des ÖPNV. Während der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) ein Wachstum von 2,2 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnete, war die Tram mit einem Plus von 0,1 % nahezu konstant und stand beim Bus sogar ein Minus von 0,5 % gegenüber dem Vorjahr.

Laut VDV-Präsident Wortmann zeigt der nur noch leichte Anstieg der Fahrgastzahlen, dass das ÖPNV-System in den Städten und Ballungsräumen an seine Grenzen stoße. Laut Wortmann könne der ÖPNV kaum mehr neue Fahrgäste aufnehmen. Es brauche also dringend eine Angebotsausweitung.

Neben diesem Kapazitätsausbau in den Ballungsräumen, brauche es auch im ländlichen Raum einen „differenzierten Angebotsausbau“, wies Wortmann auf die unterschiedlichen Ausgangslagen in Stadt und Land hin. Als verschiedene Bausteine eines Ausbaus zählte Wortmann für den ländlichen Raum Reaktivierungsmaßnahmen im SPNV, hochwertige Busangebote mit Taktverkehr – etwa nach dem Plusbus-Konzept – sowie ergänzend dazu Service-on-Demand-Angebote, um so Netzlücken zu schließen. Insgesamt seien die Anforderungen in Stadt und Land unterschiedlich, die Lösung laute aber in beiden Fällen: Angebot ausbauen, sagte Wortmann.

Doch egal ob Stadt oder Land, der erforderliche Ausbau müsse schrittweise erfolgen, betonte Wortmann weiter und sieht in der ersten Stufe den Bus am Zug. Für die erste Ausbaustufe kämen nur Busse in Frage, stellte Wortmann klar. Angesichts der langen Zeiträume, die eine Realisierung neuer Tram- oder U-Bahn-Linien benötigten, brauche es zuerst einmal mehr Busse auf den Straßen, ehe sich im zweiten Schritt der Ausbau der Schienenverbindungen realisieren lasse. „Der Bus muss hier in die Bresche springen und das zügig“, sagte Wortmann.

Wortmann führte als Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hier die bayerische Landeshauptstadt als Beispiel an. Um die auch von der Politik vorgegebenen Ziele zu erreichen, werde man die MVG-Busflotte bis zum Jahr 2030 auf dann rund 1.000 Fahrzeuge im Vergleich zu jetzt nahezu verdoppeln müssen. Angesichts der parallel dazu durchgeführten Umstellung der Busflotte von Diesel- auf Elektroantrieb ist dies eine gewaltige finanzielle und organisatorische Aufgabe. Das Ziel der Branche, die Fahrgastzahlen im ÖPNV bis 2030 um 30 % zu steigern, werde „kein Selbstläufer, sondern ein Kraftakt“, sagte Wortmann daher.

Zudem bedeute der Kapazitätsausbau beim Bus nicht einfach nur mehr Busse, denn es brauche auch eine eigene Bus-Infrastruktur. Wortmann nannte hier vermehrt eigene Busspuren, damit der Linienbus nicht im Verkehrsstau stecken bleibt sowie eine verstärkte Ampelsteuerung, um Vorrang für den Busverkehr zu schaffen. Was das Ausweisen von Busspuren angeht, zeigte er sich hier wenig optimistisch, da eine Busspur zu Lasten anderer Verkehre gehe, in der Regel zu Lasten des Pkw-Verkehrs, was nun einmal nicht populär sei und womit sich keine Wahlen gewinnen ließen.

Kritisch sieht der VDV in diesem Zusammenhang übrigens die Forderungen nach einer weiteren Absenkung der Ticketpreise, etwa in Form eines 365-Euro-Jahrestickets oder gar als völliges Gratis-Angebot für die Fahrgäste. So bezeichnete VDV-Geschäftsführer Oliver Wolff die Forderung nach der Einführung nach 365-Jahrestickets bei der VDV-Jahrespressekonferenz als „puren Populismus“. Solche Konzepte seien jedoch kein Finanzierungsinstrument für jemand, der Mobilität für die Zukunft gestalten wolle. Stattdessen sei eine solche Forderung „nur eine Parole für den Moment, aber eine Hypothek für die Zukunft“, sagte Wolff weiter. Der VDV spricht sich deshalb gegen solche einmaligen Ticketpreisreduzierungen und stattdessen für eine Angebotsoffensive im ÖPNV aus.

Zunächst müssten die zur Verfügung stehenden öffentlichen Mittel dringend in den Ausbau und in die Modernisierung des ÖPNV fließen. Der Nahverkehr in Deutschland müsse flächendeckend ausgebaut und modernisiert werden und hier soll der Bus in der ersten Phase die Hauptrolle spielen.

Bild: VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff(l.) und VDV-Präsident Ingo Wortmann

 

Text und Foto: Thomas Burgert

 

 




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