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RVK setzt auf Brennstoffzellenbusse

Datum: Quelle: BUSMAGAZIN

Die Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) besitzt zurzeit mit 37 Bussen Europas größte Brennstoffzellenbusflotte. Dabei handelt es sich ausschließlich um Van Hool A330 Fuel Cell (Bild). Die Einweihung der Flotte und des Brennstoffzellenprojektes fand kürzlich am Standort Meckenheim im Rhein-Sieg-Kreis statt.

Exakt 35 neue Van Hool A330 Fuel Cell sind jetzt im Bestand der RVK. Rund um Meckenheim sind nun zehn der neuen Van-Hool-Busse im Linieneinsatz unterwegs. Die übrigen 25 A330 Fuel Cell werden an den RVK-Standorten Wermelskirchen und Bergisch Gladbach im Rheinisch-Bergischen Kreis sowie in der Stadt Hürth eingesetzt. Zwei weitere Van-Hool-Brennstoffzellenbusse gehörten schon vor diesem Neuerwerb zur Flotte.

Auf dem Meckenheimer Betriebshof steht auch eine der beiden neuen Wasserstofftankstellen. Diese entstand 2020 in Kooperation mit dem AREVA-Konsortium. Dahinter stehen die Unternehmen Framatome GmbH (Erlangen), Anleg GmbH (Wesel), Emcel & Adjucon GmbH (Köln) und Nproxx (Jülich). Der Wasserstoff wird dabei auf Lkw-Trailern an - geliefert, die dort vor Ort – geschützt durch 13,6 m lange und 4 m hohe Betonwände – verbleiben, bis der Treibstoff in ihren Tanks aufgebraucht ist. Eine weitere RVK-Tankstelle, erbaut von der Linde GmbH, steht in Wermelskirchen.

Beide arbeiten mit 350 bar Druck und an beiden können in zwei Zyklen je 10 Busse betankt werden. Die Tankzeit für eine Befüllung der Fahrzeuge mit 38 kg Wasserstoff gibt die RVK mit 10 Minuten an. Zudem gibt es bereits seit 2010 im Chemiepark Knapsack bei Hürth eine „Zapfstelle“. Hier fällt bei der Chlor-Alkali-Elektrolyse als Nebenprodukt Wasserstoff an, der von den Bussen genutzt werden kann. Zwei weitere öffentliche H2-Tankstellen mit ebenfalls 350 bar Druck in den Leitungen befinden sich am Flughafen Köln-Bonn und in Frechen bei Köln. Darüber hinaus will die RVK zukünftig noch weitere eigene Tankstellen errichten. Die Van-Hool-H2-Busse sind dabei nicht nur emissionsfrei und geräuscharm unterwegs, sondern ihre bisherige Verfügbarkeit liegt, laut RVK, bei 89 %, was sie damit als zuverlässige Fahrzeuge ausweist.

Den durchschnittlichen Verbrauch der 12-m-Wagen gibt die RVK mit 8-9 kg/100 km an. Die Kölner Verkehrsgesellschaft hat schon einige Erfahrung im Umgang mit Wasserstoff. Schon seit 2011 nutzt man bei der RVK Wasserstoff und testete mit zwei Phileas-Bussen (18 m) bis 2016 erste H2-Prototypen. 2014 folgten die ersten zwei A330 FC, allerdings noch als Vorserienfahrzeuge. Diese beiden sind bis heute in Betrieb. Die RVK hat ihren Einstieg in die Brennstoffzellentechnik natürlich nicht alleine finanziert, sondern konnte sich dabei aus verschiedenen Fördertöpfen bedienen. Zuwendungen kamen im Zuge des EU-Förderprojekts JIVE durch die FCH JU (Fuel Cell & Hydrogen Joint Undertaking). Eine Ko-Förderung erfolgte durch das BMVI im Rahmen des NIP-2-Programms (Nationales Innovationsprogramm).

Der Aufbau der Infrastruktur wurde ebenfalls durch Mittel aus dem NIP-2- Programm sowie durch die INEA (nur Wermelskirchen) im Zuge des EU-Projekts MEHRLIN unterstützt. Auch das Land NRW ist bei der Förderung mit von der Partie. In der Summe stellte das BMVI 14 Mio. Euro bereit. Weitere Fördermittel in Höhe von insgesamt rund 7 Mio. Euro zahlt die EU an die RVK für die Beschaffung der in 2020 gelieferten 35 Brennstoffzellen-Hybridbusse und der Wasserstofftankanlage in Wermelskirchen. Als Folge einer gemeinsamen Ausschreibung mit den Wuppertaler Stadtwerken (WSW), die 10 Busse orderten, konnte übrigens der Anschaffungspreis für die neuen A330 FC, bzw. die vom Fördergeber festgelegte Preisobergrenze von 625.000 Euro je Bus eingehalten werden. Bis Ende 2021 wird die RVK im Rahmen der Förderprojekte weitere 15 Brennstoffzellen-Hybridbusse von Solaris an den entsprechenden Standorten im Rhein-Sieg-Kreis, dem Rheinisch-Bergischen Kreis und in Hürth in ihre Busflotte integrieren. Zusammengefasst wird die RVK dann über 52 Brennstoffzellen-Hybridbusse verfügen. Ab 2030 soll die ganze Flotte von zurzeit gut 320 Bussen nach und nach auf emissionslos umgestellt werden.

 

JIVE und Nationale Wasserstoffstrategie

Die EU geht davon aus, dass nach 2030 der Verkehr der größte CO2-Emittent sein wird. 70 % davon stammen dann vom Straßenverkehr. Zugleich will die Union im Jahr 2050 mindestens 60 % weniger Emissionen erzeugen als im Jahr 1990. Um dies zu erreichen, stellt die Europäische Kommission EU-Mittel für die Entwicklung und Förderung eines emissionslosen Verkehrs zur Verfügung. Dazu zählen auch die Brennstoffzellenbusse. Das Förderprojekt JIVE sieht dabei den Einsatz von 300 Wasserstoffbussen in 23 Städten Europas an. Im Juni 2020 stellte Berlin wiederum die Nationale Wasserstoffstrategie vor. Neben der Beschaffung bzw. Mitfinanzierung von Fahrzeugen – in puncto Brennstoffzellenfahrzeuge sind bisher über 650 Pkw und 81 Busse gefördert worden – steht der Aufbau einer H2-Tankinfrastruktur im Fokus. Laut Johannes Wieczorek, Ministerialdirigent im BMVI, sind es aktuell 84 und „demnächst“ wird die 100. Tankstelle in Betrieb genommen.

 

Bildquelle: Dirk Sanne

Text: Dirk Sanne




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